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Begrenzung auf Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen : Stopp für Brummis im Maikamp

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An Montagvormittag ist kaum Verkehr im Sternberger Maikamp. Der Campingplatz ist verwaist, die Schranke herunter gelassen, die Pforte verschlossen. Zu mancher Zeit herrscht aber alles andere als Ruhe.

Sternberg | An diesem Montagvormittag ist kaum Verkehr im Sternberger Maikamp. Manchmal vergehen Minuten, bis wieder ein Pkw oder Transporter entlang rollt. Der Campingplatz ist verwaist, die Schranke herunter gelassen, die Pforte verschlossen. Inhaber Heiko Thomä beseitigt letzte Schäden, die der Dauerregen im Spätsommer auf dem Gelände zwischen Maikamp und See hinterlassen hat. Ostern geht es in die neue Saison.

Zu mancher Zeit herrscht in der Straße aber alles andere als Ruhe. Selbst Brummis, die von der B 104 Richtung Groß Raden abkürzen wollen, donnern hier immer wieder durch und in der Erntezeit schwere Traktoren mit Anhänger, mussten Anlieger verärgert mit ansehen. Dem soll ein Riegel vorgeschoben und der Verkehr auf Fahrzeuge mit einem Gesamt gewicht bis 7,5 Tonnen begrenzt werden. Ausnahme: Liefer- und Versorgungsfahrzeuge. Das hat die Stadtvertretung vorige Woche beschlossen. Denn für Laster und schweres Gerät sei die Straße nicht erneuert worden, sagt Bürgermeister Jochen Quandt. Die Abkürzung macht übrigens genau 400 Meter aus, wie SVZ ermittelt hat. Hinzu kommt, dass die große Ampelkreuzung umgangen wird. Doch Fakt ist, 1300 Meter über den Finkenkamp stehen 900 Meter im Maikamp gegenüber. Dieser war vor fünf Jahren als Umleitungsstrecke während des Ausbaus des Finkenkamps für den uneingeschränkten öffentlichen Verkehr gewidmet worden, wie es verwaltungstechnisch heißt.

Insofern sei die jetzt beschlossene Einschränkung nicht neu, vor den Bauarbeiten habe es die auch schon gegeben, stellt Thomä nüchtern fest. Natürlich begrüße er, dass es wieder ein Verbot für große Fahrzeuge geben soll. "Die Straße ist neu, darüber haben sich hier alle gefreut, nun soll sie auch möglichst lange halten. Deshalb finde ich die Tonnenbegrenzung richtig", sagt der Chef vom Campingplatz.

Das sieht Anwohner Hartmut Glöckner vom Maikamp genauso. "Wo Leitungen in die Erde kamen, ist die Straße richtig unterfüttert worden, aber auf dem anderen Ende wurde der alte Belag nur mit einer ziemlich dünnen Asphaltschicht überzogen. Die geht schnell kaputt, wenn da ständig schwere Laster drüber rollen. Dann wäre das viele Geld, das die neue Straße gekostet hat, schnell für die Katz", ist der Sternberger überzeugt. Er wolle gar nicht davon sprechen, "mit welchem Tempo manche Lkw hier lang donnern" und wie laut das für die Anwohner mitunter wurde. Auch die Urlauber vom Campingplatz, die sich mit ihren Fahrrädern oft gar nicht auf die Straße trauten, hätten ihm richtig leid getan. "Wir haben das im Sommer gesehen. Den Gehweg dürfen Radfahrer eigentlich nicht benutzen, dazu soll er wohl nicht breit genug sein, wie wir gehört haben", so Glöckner. Er und seine Nachbarn hätten jedenfalls von Anfang an, als die Straße erneuert worden war, eine Tonnen begrenzung gefordert.

Für Campingplatz-Chef Thomä ist das allerdings nur die eine Seite. Ihm liegt die Einengung der Straße an einer Stelle zwischen B 104 und Campingplatz besonders schwer im Magen. Nicht einmal zwei Pkw kommen hier aneinander vorbei. Befürchtungen von ihm und auch Heino Keller,

Inhaber des benachbarten Restaurants "Domowoj", noch in der Bauphase hätten sich leider bestätigt. Übersichtlich, wie damals Bürgermeister Jochen Quandt in der SVZ meinte, sei es für Autofahrer, die von der B 104 kommen und Wartepflicht haben, ganz und gar nicht. "Erst vor ein paar Tagen standen sich in der Mitte der Engstelle sechs Fahrzeuge gegenüber, drei von jeder Seite. Die Fahrer hätten sich beinahe geschlagen", erzählt Thomä kopfschüttelnd. Am meisten sei seiner Meinung nach aber der Campingplatz von diesem Dilemma betroffen. Wer mit dem Wohnanhänger hinter dem Auto gerade an dem Verkehrsschild vorbei ist und dann jemanden kommen sieht, könne doch nicht zurückfahren. Und er selbst sei mit Booten auf dem Hänger mehrmals nicht zu seiner Kanu-Verleihstation gekommen, weil die Einfahrt von wartenden

Autofahrern zum Ausweichen genutzt werde. "Ich habe schon mit dem Bürgermeister gesprochen. Wir wollen darüber reden, am besten bei einem Termin vor Ort und das möglichst schnell, damit das bis zu unserer nächsten Saison geregelt ist", sagt Thomä. Jetzt sei die Situation für alle unbefriedigend, doch er sei überzeugt, dass eine einvernehmliche Lösung möglich ist.

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erstellt am 20.Dez.2011 | 12:39 Uhr

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