Fisch ohne Gräten : Stör zum Jahresende immer beliebter

Beim Abfischen in der Teichanlage Boek der Fischerei Müritz-Plau GmbH holt Felix Neugebauer  jeden Stör einzeln aus dem Wasser. Der Sibirische Stör von der Fischerei der Mecklenburgischen Seenplatte wird als Speisefisch auch zum Jahresende immer beliebter.
Foto:
1 von 4
Beim Abfischen in der Teichanlage Boek der Fischerei Müritz-Plau GmbH holt Felix Neugebauer jeden Stör einzeln aus dem Wasser. Der Sibirische Stör von der Fischerei der Mecklenburgischen Seenplatte wird als Speisefisch auch zum Jahresende immer beliebter.

Was kommt zu Weihnachten und Silvester auf den Tisch? In vielen Haushalten gibt es traditionell Karpfen. An der Seenplatte halten Fischer auch Störe. Da diese Fische keine Gräten haben, werden sie immer beliebter.

svz.de von
12. Dezember 2013, 13:34 Uhr

Der Karpfen ist in Nord- und Ostdeutschland zum Jahresende der beliebteste Speisefisch, doch zwischen Weihnachten und Silvester kommt auch immer häufiger der Sibirische Stör auf den Tisch. „Der Absatz wächst langsam, aber kontinuierlich“, sagte der Vorsitzende des Binnenfischereiverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Ulrich Paetsch, der Nachrichtenagentur dpa in Waren. Derzeit sei das Weihnachts- und Silvestergeschäft angelaufen. Besonders Gastronomen orderten immer öfter Störe.

Traditionell werde zwar noch immer der Karpfen zum Jahresende am meisten gegessen, aber auch Zander, Saiblinge und eben Störe würden immer mehr gefragt. Für diesen Jahreswechsel hoffen die Müritzfischer, die jährlich zwischen 20 und 25 Tonnen des Fischs verkaufen, auf eine besonders große Nachfrage. „Das ist ein absatzfreundliches Weihnachten“, sagte Paetsch. Immer mehr Menschen kochten nicht selbst, sondern gingen Essen, besonders, wenn die Festtage wie in diesem Jahr nicht auf das Wochenende fallen.

Am häufigsten gefragt seien die großen, etwa dreieinhalb bis vier Jahre alten Störe, die in der Teichwirtschaft am Müritz-Nationalpark in Boek aufwachsen. „Wir liefern die Störe in ganz Mecklenburg-Vorpommern, aber auch bis Berlin und in mehrere Brandenburger Lokale“, berichtete Paetsch. Zuletzt hatten die Müritzfischer mit einer größeren Stör-Lieferung ins Emirat Abu Dhabi für Aufsehen gesorgt. Junge Störe seien zur Aufzucht auch schon in die Mongolei geliefert worden.

Die Fischerei Müritz-Plau GmbH, die Paetsch mit leitet, züchtet als einziger Fischereibetrieb im Nordosten den Sibirischen Stör (Acipenser baerii) in größerem Stil. Sie ist mit mehr als 22 000 Hektar Wasserfläche die größte Binnenfischerei Deutschlands. Der Jahresumsatz des Betriebs mit rund 100 Beschäftigten wird mit rund 5,5 Millionen Euro angegeben.

Störe gelten als sehr alte Tierart. Die Wanderfische zwischen Salz- und Süßwassergebieten kommen in rund 20 Unterarten vor. Der Atlantische Stör ist in Europa vom Aussterben bedroht, seit Jahren laufen - wie an der Oder - aber Wiederansiedlungsversuche. Der Sibirische Stör, der in den sibirischen Flüssen Russlands heimisch ist, gilt unter Experten als gut zu züchtende Art.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen