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Berlin/Schwerin : Stipendiengeld für Studenten nicht genutzt

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Das neue Deutschland-Stipendienprogramm für besonders leistungsstarke Studenten läuft äußerst schleppend an. 2011 konnte nur die Hälfte der im Bundeshaushalt vorgesehenen Fördermittel ausgegeben werden.

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erstellt am 01.Jan.2012 | 07:34 Uhr

Berlin/Schwerin | Das neue Deutschland-Stipendienprogramm für besonders leistungsstarke Studenten läuft nur äußerst schleppend an. Nach Angaben des SPD-Haushaltspolitikers Klaus Hagemann konnte im abgelaufenen Jahr 2011 nur die Hälfte der im Bundeshaushalt vorgesehenen 14 Millionen Euro Fördermittel tatsächlich auch für Stipendien, Werbung und Verwaltung des neuen Förderprogramms ausgegeben werden. Ursprünglich seien 9500 Stipendien geplant gewesen. Tatsächlich hätten die Hochschulen aber nur für 5300 Förderfälle die erforderliche hälftige Beteiligung der Wirtschaft einwerben können. In Mecklenburg-Vorpommern wurden von 173 möglichen Stipendien 87 vergeben. Mehr als 400 Studenten hatten sich beworben.

Größter Förderer im Nordosten ist die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die dem Land 160 000 Euro verteilt über die nächsten vier Jahre zugesichert hat. Damit könne der Privatanteil von 22 Stipendien finanziert werden, hatte das Bildungsministerium in Schwerin früher mitgeteilt. Daneben fördern heimische Unternehmen wie die Rostocker Firma SIV.AG, der Windanlagenhersteller Nordex oder die Riemser Arzneimittel AG.
Der SPD-Bundestagsabgeordnete Hagemann beruft sich auf eine Antwort des Bundesbildungsministeriums auf eine parlamentarische Anfrage. „Zum Jahreswechsel sind sieben Millionen Euro Stipendienmittel verfallen, weil es nicht gelungen ist, im erhofften Maße private Geldgeber als Co-Finanziers des Programms zu finden“.

„Größter Gewinner“ des umstrittenen Programms seien damit nicht besonders begabte Studierende sondern der Bundesfinanzminister und die Bundeskasse, an die das nicht ausgegebene Geld nun zurückfließe.
„Das ist ein glatter Fehlstart für das Prestigeobjekt von Bundesbildungsministerin Annette Schavan“, monierte Hagemann.
Mit dem 2011 gestarteten Deutschlandstipendium sollen besonders leistungsstarke Studenten monatlich 300 Euro erhalten - unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern. Voraussetzung ist, dass die jeweilige Hochschule 50 Prozent des Geldes bei Sponsoren einwirbt. Die anderen 50 Prozent übernimmt der Bund.

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