Umweltskandal bei Schwanheide : Stinkende Sauerei: Gülleflut im Wald

Im Wald stinkt es: Mirko Hübner, Mitarbeiter beim Forstamt Schildfeld, nimmt eine Geruchsprobe.
Im Wald stinkt es: Mirko Hübner, Mitarbeiter beim Forstamt Schildfeld, nimmt eine Geruchsprobe.

Unbekannter Täter ließ Tausende Liter Gülle in einer Kiefernschneise ab / Forst fassungslos

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12. März 2015, 08:00 Uhr

Die Sonne spielt mit den Schatten der Kiefernstämme auf dem heidebewachsenen Waldboden. Vögel zwitschern, die Luft duftet nach Frühling. Dieser Wald ist ein Ort der Erholung. Doch dann fährt Mirko Hübner, Sachbearbeiter beim Forstamt Schildfeld, mit seinem Geländewagen um die nächste Waldbiegung. Vor uns öffnet sich eine Schneise von gut 200 Metern Länge und 15 Metern Breite, die durchweg mit einem ekligen rostbraunen Schlamm überzogen ist. Der Gülleschlamm bedeckt die Kiefernstämme links und rechts mannshoch. Der mit Heidekraut und Gräsern bewachsene Boden ist vollständig bedeckt davon, ebenso alle hier nachwachsenden Bäume. Mirko Hübner ist fassungslos. „So etwas habe ich auch noch nicht erlebt.“ Alles weise daraufhin, dass die Gülle mit schwerer Technik ausgebracht wurde, darauf deuten die breiten Reifenspuren auf dem Waldboden.

Entdeckt hat die Sauerei Wolfhard Ohde aus Schwanheide, der seit 30 Jahren jeden Tag mit dem Rad durch diesen Wald fährt. Er wandte sich über seinen Sohn an unsere Zeitung. „Ich dachte, da muss man was unternehmen“, so der Fliesenleger, der direkt am Waldrand wohnt.

„Die Pflanzen hier kommen sehr schlecht mit so einem großen Stickstoffüberschuss klar“, erläutert Mirko Hübner. „Heidekraut, Gras und Jungwuchs werden wohl alle absterben. Sogar viele der ausgewachsenen Kiefern links und rechts werden das nicht überleben.“

Das Forstamt wird nun Anzeige bei der Polizei erstatten. Das Vergehen gilt als Ordnungswidrigkeit. Die Verursacher haben gegen Paragraf 18 des Landeswaldgesetzes verstoßen: „Entsorgung von unerlaubten Gegenständen und Stoffen im Wald.“ Dieses Delikt kann mit einer Geldbuße bis zu 75 000 Euro geahndet werden.

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