Tote Sechsjährige in Torgelow : Stiefvater von totem Mädchen bestreitet Mord

Das Polizeigebäude, aus dem der tatverdächtige Stiefvater nach dem gewaltsamen Tod eines sechsjährigen Mädchens fliehen konnte.
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Das Polizeigebäude, aus dem der tatverdächtige Stiefvater nach dem gewaltsamen Tod eines sechsjährigen Mädchens fliehen konnte.

Nach dem mutmaßlichen Verbrechen an einem Mädchen ist der Verdächtige im Gefängnis - bestreitet aber eine Schuld. Die Polizei will weitere Vernehmungen führen und Handyaufnahmen des Verdächtigen auswerten.

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22. Januar 2019, 17:04 Uhr

Der unter Mordverdacht stehende Stiefvater des toten Mädchens aus Torgelow (Vorpommern-Greifswald) hat die Vorwürfe bestritten. Das teilte am Dienstag die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg mit. Die Polizei hat unterdessen eine fünfköpfige Sonderermittlergruppe gebildet. Sie soll aufklären, wo der Flüchtige sich aufhielt und wann die mutmaßlichen Misshandlungen der Stiefkinder begannen, wie eine Polizeisprecherin sagte. Dazu sollen weitere Vernehmungen im Umfeld der Beteiligten geführt und Handyaufnahmen und -daten des Verdächtigen ausgewertet werden.

Tatverdächtiger bleibt dabei: Tod von Leonie sei ein Unfall gewesen

Der 27-Jährige hat sich laut Staatsanwaltschaft bei der Verkündung des Haftbefehls am Amtsgericht Pasewalk am Montagabend zu dem Vorfall geäußert. Damit sei er bei seiner Version geblieben, dass die Sechsjährige am 12. Januar an den Folgen eines Sturzes von der Treppe in der Wohnung der Familie gestorben sei.

Weitere Details dazu nannte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft nicht. Es stünden noch Ergebnisse weiterer rechtsmedizinischer Untersuchungen und die Auswertung anderer Beweismittel aus.

Verletzungen deuten auf Misshandlungen

Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft soll der 27-Jährige die Tochter seiner Lebensgefährtin derart misshandelt haben, dass sie vor zehn Tagen an den Folgen starb. Das hätten unter anderem das Verletzungsbild und Ermittlungen ergeben. Die genaue Todesursache sei weiter nicht klar. Bisher hieß es, das Mädchen sei an der Summe der Verletzungen gestorben. Der Beschuldigte kam in das Gefängnis nach Bützow (Landkreis Rostock).

Für den Abend war in Torgelow eine Trauerstunde in der evangelischen Kirche zum Gedenken an das Mädchen geplant. Torgelows Bürgermeisterin Kerstin Pukallus (parteilos) rief in dem Zusammenhang zu einem freundlicheren und respektvolleren Umgang der Menschen untereinander auf. Man dürfe nicht zulassen, dass der scheinbar zur Realität gewordene raue Umgangston und die teilweise boshafte Beschimpfungsmentalität in sozialen Netzwerken, die mit niemanden Erbarmen zeige, die Menschen restlos vereinnahme.

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