Prozess in Schwerin : Stieftochter erpresst und missbraucht

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43-Jähriger hat gestanden, seine anfangs zehnjährige Stieftochter sexuell missbraucht zu haben. Vor Gericht räumte er ein, ihr mit dem Tod ihrer Katze gedroht zu haben.

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27. Februar 2018, 05:00 Uhr

Ein 43 Jahre alter Mann aus einem Dorf bei Boltenhagen hat gestanden, im vergangenen Jahr seine anfangs zehnjährige Stieftochter über mehrere Monate hinweg immer wieder sexuell missbraucht zu haben. Vor dem Landgericht Schwerin räumte er gestern ein, ihr mit dem Tod ihrer Katze gedroht zu haben, falls sie nicht tue, was er wolle. Vehement bestritt er, irgendwann einmal zwei Katzen und einen Hund getötet zu haben. Laut Staatsanwaltschaft wusste das Mädchen von solchen angeblichen Tiertötungen, weshalb es den angedrohten Tod der eigenen Katze besonderen Glauben schenkte.

Die sexuellen Übergriffe auf das Kind begründete der gelernte Maler, der nie einer festen Beschäftigung nachgegangen ist, mit Neugier. „Ich wollte das ’mal ausprobieren“, sagte der Angeklagte. Während der meisten Missbrauchsfälle sei er angetrunken gewesen. „Ich hab’ einen getrunken und mir war langweilig.“ Der Mann steht nicht im Verdacht, pädophil zu sein. Der Angeklagte sagte, die Mutter habe ab einem gewissen Zeitpunkt zumindest von einem Übergriff gewusst und gesagt, „ich solle das lassen“. Die Staatsanwaltschaft hat die Mutter wegen Beihilfe zum Kindesmissbrauch angeklagt, weil sie das Kind nicht ausreichend vor weiteren Übergriffen geschützt habe. Ob es zu einer Gerichtsverhandlung kommt, steht allerdings noch nicht fest. Der Frührentner lebte seit neun Jahren mit der Mutter des Mädchens zusammen und versorgte als Hausmann das Mädchen, während seine Lebensgefährtin oft lange bis in den späten Abend hinein arbeitete.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt auch gegen zwei Bekannte des Angeklagten. Gegen sie gibt es einen Anfangsverdacht, ebenfalls illegale sexuelle Kontakte mit der Zehnjährigen gehabt zu haben. Einen der beiden Verdächtigen hatte der Angeklagte im Sommer vergangenen Jahres selbst angezeigt. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen, hieß es seitens der Staatsanwaltschaft gegenüber unserer Zeitung. Der Prozess gegen den 43-Jährigen soll Mitte März fortgesetzt werden.

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