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Sternberg/Mustin : Stewo drohte Gemeinden mit Klage

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Die Hausnummern sind abmontiert. An den Briefkästen fehlen die Namen. Die Fenster sind dunkel. Die Wohnungen leer. Das Gebäude ist eines von vielen, das der demografischen Entwicklung zum Opfer fällt.

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erstellt am 16.Apr.2012 | 09:55 Uhr

Sternberg/Mustin | Die Hausnummern sind abmontiert. An den Briefkästen fehlen die Namen. Die Fenster sind dunkel. Die Wohnungen leer. Trist sieht er aus der Wohnblock in der Kastanienallee 30-32 in Mustin.

Das Gebäude ist eines von vielen im Bereich Sternberg-Brüel-Warin, das der demografischen Entwicklung zum Opfer fällt. In der Region werden immer weniger Kinder geboren. Junge Menschen wandern ab in Länder mit besseren Jobchancen. Die Folge sind stetig sinkende Einwohnerzahlen. Das wiederum führt dazu, dass immer mehr Wohnungen leer stehen. Auch die Sternberger Wohnungsgesellschaft (Stewo), die das Gebäude in Mustin besitzt, hat mit einem Überangebot an Wohnraum zu kämpfen.

Das Unternehmen sieht in seinem Sanierungskonzept von 2010 vor, einige der leer stehenden Gebäude abzureißen. So auch den Mustiner Wohnblock. "Wir gehen davon aus, dass bei weiter abnehmender Bevölkerung bis 2020 der Abriss von 150 bis 200 Wohnungen erforderlich wird", berichtet Regina Nienkarn, Geschäftsführerin der Stewo. Die Kosten für den Abriss tragen die Stewo, ihre Gesellschafter, zu denen auch die Gemeinde Mustin gehört, und die beteiligten Banken.

Dieses Sanierungskonzept sorgt nun für Ärger. Der Grund: Einzelne Gemeinden, darunter Mustin, hatten beschlossen, sich nicht am finanziellen Zuschuss des Konzeptes zu beteiligen. "Mustin ist gar nicht in der Lage, die Mittel aufzubringen", erklärt Berthold Löbel, Bürgermeister der Gemeinde.

Daraufhin drohte die Stewo den betroffenen Gemeinden mit einer Klage, die sie dazu zwingen sollte, die Kosten mitzutragen. Auf einer Gesellschafterversammlung, die am 27. März anberaumt war, sollte über die Klage abgestimmt werden. Doch dazu kam es nie. Nachdem Mustin, wie auch andere Gemeinden, den Aufsichtsrat der Wohnungsgesellschaft kontaktierten und ihren Unmut über das Vorgehen der Stewo Luft machten, wurde die Versammlung abgesagt. Nach Angaben von Sternbergs Bürgermeister und Mitglied des Aufsichtsrates der Stewo Jochen Quandt ist die Klage vom Tisch.

Das Problem aber bleibt. Nun versuchen beide Seiten die Angelegenheit zu klären. Es soll bereits Diskussionen zwischen den Gemeinden sowie dem Aufsichtsrat und der Geschäftsführung der Stewo gegeben haben. "Wir suchen nach einer Lösung, mit der alle zufrieden sind, die Gesellschaft, die Banken und die Gemeinde", sagt Löbel. Wie genau diese Lösung aussehen soll, ist noch unklar. Die Beteiligten geben keine Auskünfte. Bis eine Lösung gefunden ist, fristet der Wohnblock in der Kastanienallee in Mustin weiter sein trostloses Dasein.

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