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CSI-Turnier in Redefin : Steuergeld für Elite-Pferdetreffen

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Aus der Onlineredaktion

Land zahlt Fördertopf Preisgeld. Kritik von Opposition und Steuerzahlerbund

svz.de von
erstellt am 25.Apr.2017 | 05:00 Uhr

Steuergeld für ein Elitetreffen des Pferdesports in MV: Das Land bezahlt dem hochkarätig besetzten und finanzkräftigen internationalen CSI***-Reitturnier vom 12. bis 14. Mai in Redefin erneut Preisgelder. Trotz massiver Kritik im Vorjahr an der Förderpolitik für das Pferdefestival zweigt das Land 7500 Euro für den mit 25 000 dotierten Preis des Landes Mecklenburg-Vorpommern „MV tut gut“ der Mittleren Tour ausgerechnet aus einem Investitionsförderfonds Eler ab, mit dem eigentlich Projekte zur Verbreiterung der wirtschaftlichen Basis im Land gefördert werden sollen. Eine erlaubte Förderung, erklärte Peter Kranz, Chef des Landesmarketing MV, gestern in Schwerin. Für das nur „eingeschränkt förderfähige Projekt“ habe man sich zuvor grünes Licht von der EU-Prüfstelle im Wirtschaftsministerium geholt. Für Kranz zulässige Förderung: Damit könne für das Image des Landes geworben und so auch die Wettbewerbsfähigkeit von klein- und mittelständischen Firmen verbessert werden.

Das CSI***-Turnier in Redefin ist eines der finanzstärksten in MV: Bei einem Turnieretat von 610   000 Euro werden in den insgesamt 29 Prüfungen im Spring- und Dressurreiten 155 000 Euro an Preisgeldern ausgeschüttet, teilten die Veranstalter mit.

Opposition im Schweriner Landtag und Steuerzahlerbund stellen die Förderung des Eliteturniers in Frage: Erneut sollen Gelder aus dem Europäischen Entwicklungsfonds für Preisgelder missbraucht werden, meinte Links-Fraktionschefin Simone Oldenburg: „Wer meint, für die Formel 1 des Reitsports Preisgelder zahlen zu müssen und im Gegenzug zulässt, dass sich die Situation im ländlichen Raum verschlechtert – ob im ländlichen Wegebau, dem Nahverkehr oder der kleinen und kleinsten Unternehmen –, hat den Blick fürs Wesentliche verloren.“ Auch wenn die Summe vergleichbar gering erscheine, so könnte sie doch als Startschuss etwa für einen kleinen Dorfladen dienen. Davon hätten die Menschen im ländlichen Raum mehr. Kritik kam auch vom Steuerzahlerbund: Die Förderung sei zwar genehmigt, meinte Sophie Mennane, Landesvorsitzende des Steuerzahlerbundes MV: „Wir sehen es aber weiter kritisch, Preisgelder mit Steuergeldern auszuloben.“ 

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