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Entspannung am Steuerrechner : Steuererklärung erst Ende Juli zum Amt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bundestag will Neuregelung beschließen. MV erteilt Bescheide binnen 44 Tagen

Entspannung am Steuerrechner: Mehr als eine halbe Million Lohn- und Einkommensteuerzahler in MV sollen ab 2017 zwei Monate länger Zeit haben, ihre Steuererklärung beim Finanzamt einzureichen. Eine entsprechende Neuregelung will der Bundestag heute für Deutschlands Steuerzahler beschließen. Die Abgabefrist wird auf Ende Juli – statt bisher Ende Mai – verlängert.

Mit der Regelung passt sich die Finanzverwaltung der oftmals schleppenden Belegzustellung z. B. von Versicherungen an. Viele Steuerzahler hätten bislang eine Fristverlängerung beantragen müssen, da erforderliche Unterlagen von Fonds oder Vermietern fehlten, begrüßte Rainer Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler, die Neuregelung. Und: „Die Finanzämter beginnen ohnehin erst im März mit der Bearbeitung der Steuererklärungen, so dass es nur gerecht ist, wenn auch die Bürger mehr Zeit für die Erklärung bekommen“, meinte Holznagel. Allerdings: Wer auch die verlängerte Abgabefrist verstreichen lässt, muss mit Sanktionen rechnen. In bestimmten Fällen fordert die Finanzverwaltung künftig automatisch Versäumniszuschläge ein. Den Zuschlag von 25 Euro pro Monat soll aber nur diejenigen treffen, die Steuern nachzahlen müssen.

In MV hatten die Finanzämter 2015 von Nachzahlern Abgaben im Schnitt 500 Euro gefordert, teilte das Finanzministerium gestern mit. Rund 2,4 Milliarden Euro nahm der Fiskus in MV 2015 an Lohn- und Einkommenssteuer ein. Zehntausenden Steuerpflichtigen wurde ein Teil mit dem Steuerbescheid wieder zurückgezahlt – im Schnitt 1000 Euro im vergangenen Jahr. Zum Vergleich: Bundesweit gab es 2011 im Schnitt 875 Euro zurück bzw. mussten 954 Euro nachgezahlt werden. Dabei erhielten knapp zwei Drittel der Betroffenen zwischen 100 und 1000 Euro zurück, in einem Prozent der Fälle 5000 Euro.

Die Finanzverwaltung in MV gehört indes zu den schnellsten bundesweit. 2014 brauchten die Steuerbeamten im Schnitt 44 Tage, um die Anträge zu bearbeiten – neben Hamburg, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz die kürzeste Bearbeitungszeit bundesweit. 2015 waren es 51 Tage. 

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erstellt am 11.Mai.2016 | 20:55 Uhr

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