Viele Hotels im Land mogeln bei ihrer Bewertung : Sterne-Schummelei und Buchungsflaute

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Endlich Frühling, endlich wärmer: Hoteliers und Gastronomen in MV drücken die Daumen, dass mehr Gäste kommen. Gegenwind gibt es von der Verbraucherfront: Man fand heraus, dass viele Hotels bei ihren Bewertungen mogeln.

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12. Mai 2013, 06:16 Uhr

Rostock | Das erste Drittel des Tourismusjahres 2013 ist wetterbedingt bereits mäßig verlaufen. Noch liegen keine genauen Zahlen vor, aber eins ist klar: Es hätte besser sein können, wie Matthias Dettmann, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Mecklenburg-Vorpommern, der Nachrichtenagentur dpa sagte. Nun droht kurz vor dem wichtigen Pfingstwochenende auch noch Ärger durch die Hotels selbst - hat doch das NRD-Magazin "Markt" (Montag, 20.15 Uhr) eine wenig schmeichelhafte Entdeckung gemacht: Etliche Hotels in Norddeutschland werben mit Hotel-Sternen, die sie eigentlich gar nicht haben.

Ein Test des Magazins mit einer Stichprobe von 120 Hotels ergab, dass mehr als 50 Häuser an verschiedenen Stellen falsche Angaben zu ihren Bewertungen gemacht haben. "Markt" überprüfte nach eigenen Angaben jeweils 15 Hotels in acht Städten - darunter auch Häuser in Schwerin und Rostock. Das Ergebnis: In knapp der Hälfte der Fälle stimmten die angegebenen Sterne nicht mit der Liste des Dehoga überein. Die Häuser machten auf der eigenen Homepage, auf Reise- und Hotelportalen oder in ihren Broschüren falsche Angaben.

Der Dehoga nimmt seit mehr als zehn Jahren die freiwillige Hotelklassifizierung vor und verteilt Sterne an Restaurants und Gaststätten. "Sterne sind wichtig, auch im internationalen Vergleich. Bei 3 bis 4 Sternen erwartet der Gast eine gute Ausstattung, Komfort, Sauberkeit, dass er sich wohlfühlt", erklärte der Hotel-Experte Ulf Hägermann, Sachverständiger der Handelskammer Hamburg, in dem "Markt"-Bericht.

Vor dem "Markt"-Bericht hatte Dehoga-Chef Dettmann noch die Buchungslage Anfang Mai beschworen: "Jetzt muss es richtig losgehen." Pfingsten werde bestimmt zu den Wochenenden gehören, an denen es so richtig kracht, sagte er. "Der letzte Winter war der dritte harte Winter in Folge, sodass bei einigen Unternehmen die Kapitaldecke aufgebraucht sein dürfte."

Der Landestourismusverband bezeichnete die wegen des kalten Frühjahrs fehlenden Buchungen als Delle, die sich auch durch diverse Veranstaltungen nicht habe schließen lassen. "Unterdurchschnittlich und schwierig", sagte Verbandssprecher Tobias Woitendorf. Insgesamt liefen auch die Buchungen bis Mitte Juni eher zögerlich. "Wir beobachten die Situation ernsthaft und schauen, ob es uns ausreichend gelingt, Stammbesucher anzulocken und wo sich Lücken auftun, ob sie ausreichend kompensiert werden können."

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