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Abfischen bei Fischer Andreas Frischk : Sternberger warten auf die Karpfen

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„Da kommt endlich ein ganz Dicker“, ruft ein Steppke aufgeregt an der Teichanlage von Fischer Andreas Frischke in Sternberg. Rund 50 Schaulustige haben am Sonnabend das Abfisch-Spektakel an der Fischzucht verfolgt.

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erstellt am 28.Okt.2012 | 08:21 Uhr

Sternberg | "Da kommt endlich ein ganz Dicker". Aufgeregt riefen die Steppkes an der Teichanlage von Fischer Andreas Frischke in Sternberg durcheinander. Neugierig beobachteten sie, wie der sehnige Körper des fast einen halben Meter langen und armdicken Karpfens mit der Strömung aus dem Teich gespült wurde. Einer der Fischer, der sich bereits am Ablauf positioniert hatte, griff beherzt zu, um den sich windenden, glitschigen Karpfen in einen Kescher zu werfen. Dort zappelten schon kleine Barsche und Schleie, die ebenfalls beim Abfischen aus dem Teich geholt werden.

Rund 50 Schaulustige haben am Sonnabend das Abfisch-Spektakel an der Sternberger Fischzucht verfolgt. Dabei war Geduld gefragt. Denn bis die ersten Karpfen aus dem künstlich angelegten Becken gespült wurden, vergingen mehrere Stunden. Doch das Warten und die Temperaturen knapp über null Grad Celsius taten der Stimmung keinen Abbruch. Mit Glühwein und Bockwurst hielten die Wartenden sich warm. Und für die Kinder war es ein besonderes Erlebnis. Für Kurzweile sorgte auch Fischereimeister Andreas Frischke selber, indem er den Schaulustigen das Abfischen erklärte und Anekdoten aus der Fischzucht zum Besten gab.

"Wir lassen die Teiche einerseits ab, um an die Fische zu kommen und andererseits, um das Schilf und andere Wasserpflanzen zu beseitigen", erläuterte der Fischer den Zuschauern. Bereits am Montag habe er begonnen, den Karpfenteich leerlaufen zu lassen. Dafür habe er aus dem Mönch, wie der Holzkasten am Ablauf genann wird, die Bretter, die das Wasser im Teich anstauen, herausgenommen. Denn nur so könne man den Fisch ernten, welcher sich besonders gerne im Schlamm aufhält. "Wir verkaufen den Karpfen als Speisefisch. Der ist bei Privatpersonen aus Schwerin, Rostock, Hamburg und Berlin besonders beliebt. Durch das klare Wasser aus den Oberen Seen, das in die Teiche läuft, schmeckt der Fisch bei uns besonders gut", verriet der Sternberger.

Nach der "Ernte"würde dann das Grünzeug am freigelegten Grund entfernt werden. Denn ähnlich wie einen Garten, müsse man auch ein künstlich angelegtes Gewässer winterfest machen, so Andreas Frischke. "Wenn es kalt ist, dann friert der Teich richtig durch", erklärte er weiter. Das sei gut so, denn dadurch würden alle Pflanzen absterben. "Durch frische Vegetation im nächsten Jahr haben die Karpfen dann wieder neue Nahrung und werden größer", sagte der Fischer. Für dieses Jahr erhoffte er sich, dass etwa 400 Karpfen abgefischt werden. Insgesamt 450 dreijährige Karpfenfische habe er im Frühjahr eingesetzt. Ein Verlust von zehn Prozent sei keine Seltenheit. "Mit einem Durchschnittsgewicht von 2,2 Kilogramm pro Fisch bin ich vollkommen zufrieden", fügte Frischke hinzu.

Seit mittlerweile 20 Jahren wird in der Sternberger Fischwirtschaft am letzten Wochenende im Oktober der Karpfenteich geleert. In diesem Jahr dauerte das Prozedere besonders lange. "Es lief immer wieder Wasser von den Oberen Seen nach", sagte Andreas Frischke dazu. Möglicherweise sei der viele Regen in der letzten Woche Schuld gewesen. Während Frischke und seine Helfer im letzten Jahr bereits um die Mittagszeit mit dem Abfischen fertig waren, lief es in diesem Jahr nur schleppend an. Erst gegen 15 Uhr war das Teichwasser soweit abgelaufen, dass die Karpfen sich nicht mehr im Schlammwasser verstecken konnten. Sie wurden mit der Strömung vor den Ablauf gespült, wo sie so lange wie möglich gegen den Sog ankämpften. Auch als das Wasser fast vollständig abgelaufen war, windeten sich noch zahlreiche Karpfen im Schlamm. Diejenigen, welche nicht mitgespült wurden, mussten am Ende vom Schlammboden eingesammelt werden.

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