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Kein Geld zur Weiterführung : Sternberger Jugendprojekt droht Aus

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Am Jahresende läuft die Förderung für „Starke Jugend vor Ort" aus. Als Träger hatte der Kreisverband Schwerin-Parchim sein Vorhaben in der Kinder- und Jugendarbeit mit Zuversicht gestartet.

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erstellt am 16.Dez.2011 | 07:48 Uhr

Sternberg | Boxen und Karate, Tai Chi und Selbstverteidigung, Qigong und Yoga - die Angebote für junge Leute zwischen zehn und Anfang 20 im Sportraum am Markt sind vielfältig.
Jede Woche haben hier zwischen 30 und 40 von ihnen eine sinnvolle Freizeitbetätigung gefunden. Und die geht noch ein ganzes Stück über sportliches Treiben hinaus bis hin zu Berufsorientierung und selbst handwerklichen Arbeiten wie bei der Herrichtung des Raumes.
Doch schon bald könnte es damit vorbei sein. Am Jahresende läuft die Förderung für das Projekt "Starke Jugend vor Ort" aus. Als dessen Träger hatte der Kreisverband Schwerin-Parchim des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) sein erstes Vorhaben in der Kinder- und Jugendarbeit in Sternberg mit Zuversicht gestartet. Geld floss aus der Initiative "Jugend stärken", mit der das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ein Zeichen zur besseren Integration junger Menschen setzen wollte. Damit konnten Personal- und Sachkosten bezuschusst werden. Die vom Landkreis bestätigten Mikroprojekte wurden jeweils bis zu zwölf Monate gefördert. Dazu gehörte auch 2010 ein Projekt des Sternberger Vereins Dialog + Action, bei dem Jugendliche handwerkliche Berufsfelder kennen lernten, sowie 2009 ein Ausbildungswegweiser von Schülern der Regionalen Schule Sternberg.
Die Bundesinitiative läuft nun nach drei Jahren aus. Der Wunsch nach einer Fortführung ist groß, heißt es in einer Pressemitteilung des Landkreises Ludwigslust-Parchim, was allerdings eher wie ein Ruf in die Wüste klingt.

Auch beim ASB-Kreisverband ist die Zuversicht blanker Hoffnung gewichen. "Wir sind bestrebt, dass es weitergeht, haben Fördergelder beim Landesjugendamt und dem Landkreis beantragt, auch Spendenanfragen gestellt; hier kamen
allerdings auch schon Absagen. Eigentlich müssten wir den Raum, den die Jugend lichen an der Seite von Handwerkern der Region mit großem Enthusiasmus eingerichtet haben, bis zum 31. Dezember wieder leer räumen", macht Katja Spitzer, seit Mitte des Jahres stellvertretende Geschäftsführerin beim ASB-Kreisverband, keinen Hehl aus ihrer Enttäuschung. Der Hausverwalter habe einen Monat Aufschub gegeben und verzichte in der Zeit auf die Kaltmiete.
Die Landtagsabgeordnete Barbara Borchardt (Die Linke) beteilige sich wie bisher an den Mietkosten. Mit weiteren kleinen Spenden wolle der ASB versuchen, das Projekt über Wasser zu halten. Ob das reicht, bleibe fraglich. "Aber es wäre schade, wenn so eine gute Sache einfach verschwindet und alles wieder abgebaut werden muss. Das ist für mich unvorstellbar", so Spitzer.

Sportpädagoge Harry Tarassow, der engagierte Leiter des Projektes, ist schon dabei, seinen Antrag auf Arbeitslosengeld auszufüllen, wie er mit bitterer Miene
erzählt. Doch aufgeben wolle er nicht, sondern ehrenamtlich weitermachen, so lange der Raum zur Verfügung steht - und mit der Hoffnung, dass doch noch das benötigte Geld zusammenkommt.

Katja Spitzer sagt, sie habe das Projekt komplett umgeschrieben. Nur so bestehe die Chance auf erneuten Zuschuss. Es heißt nun "Sport statt Gewalt". Leider sei die Berufsorientierung, "die ganz wichtig war", nicht mehr enthalten. Doch kein Projekt mit gleichen Inhalten werde ein zweites Mal gefördert. Natürlich wird niemand zusätzliche Aktivitäten verbieten.

Bei dem nun auslaufenden Projekt geht es am kommenden Mittwoch, 21. Dezember, ab 16 Uhr noch einmal um Berufsorientierung und Studienwege für Abiturienten. Pascal Winkler, der in Greifswald studiert, kommt als Gesprächspartner.

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