Jagen in MV : Steht der Wolf bald auf der Abschussliste?

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Umweltminister Till Backhaus kündigt ein „Wolfserwartungsgebiet“ für ganz MV an

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06. März 2016, 20:45 Uhr

Die Ausbreitung der Wölfe, Jagd im Nationalpark, tierschutzgerechtere Munition und die Zukunft der Jagd haben die Jahrestagung des Landesjagdverbandes am Sonnabend in Linstow (Landkreis Rostock) dominiert. Zum Thema Wolf kündigte Umweltminister Till Backhaus an, das in Kürze das ganze Bundesland zum „Wolfserwartungsgebiet“ erklärt werde. Grund sei, dass bestehende Rudel wieder Nachwuchs bekämen und die Wölfe sich so weiter ausbreiteten.

Tierhalter könnten dann landesweit – statt bisher vorrangig im Landessüden – Gelder für vorbeugende Schutzmaßnahmen und Entschädigungen bei Wolfsattacken beantragen.

Der Vizepräsident des Landesbauernverbandes, Marco Gemballa, forderte Backhaus auf, sich bei der EU stärker dafür einzusetzen, dass der Wolf einen anderen Schutzstatus bekomme. Dann könne der Bestand auch über Jäger reguliert werden. „Es kann nicht sein, dass in Tschechien und Schweden Wölfe geschossen werden, aber bei uns nicht“, kritisierte Böhning. Der Verband ist der Ansicht, dass Deutschlands Wölfe eine Population mit den Raubtieren in Polen und dem Baltikum bilden, deren Bestand nicht mehr gefährdet ist.

Landesjagdverband-Präsident Volker Böhning übte Kritik am Umgang mit Waschbären. „Wir haben kein Verständnis dafür, dass Raubtiere wie Waschbären immer noch nicht in Gebieten wie dem Müritz-Nationalpark gejagt werden dürfen.“ Damit stelle sich das Land auch gegen eine Festlegung der EU, die angesichts des Rückgangs bei bestimmten Vogelarten eingewanderte Raubtiere stärker bejagen will. „Wir brauchen im Interesse des Niederwildes eine solche Bejagung“, sagte Backhaus. Diese sollte nach der Landtagswahl im Herbst angegangen werden.

Gemballa forderte außerdem eine Überprüfung der Nationalparkjagdverordnung. „Auf der Halbinsel Fischland-Darß sind bei Wustrow die Deiche massiv zerstört.“ Die hohen Wildschweinbestände seien schuld. Dort müsse die Jagd wieder erlaubt werden.

Jäger im Nordosten haben im Jagdjahr 2014/15 mit 129 800 Rehen, Wildschweinen und Hirschen etwa zehn Prozent mehr Wild geschossen als im Vorjahreszeitraum.

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