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Stefan Rudolph will lieber Staatssekretär bleiben

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erstellt am 07.Nov.2011 | 07:33 Uhr

Schwerin/Greifswald | Die Schreiber auf der Internetseite von der Insel Usedom sind sich weitgehend einig: "Der ostvorpommersche (Mehrheits-) Wähler ist Herrn Rudolph auf den Leim gegangen", heißt es da etwa, oder auch einfach nur "Wahlbetrug".

Noch in dieser Woche will der in Ostvorpommern direkt gewählte CDU-Landtagsabgeordnete Stefan Rudolph sein Mandat niederlegen und - wie vor der Wahl - wieder Staatssekretär im Wirtschaftsministerium werden. Das sagte Rudolph gestern gegenüber unserer Redaktion. Die Kritik an seinem Vorgehen lässt er nicht gelten: "Ich werde als Staatssekretär der Region intensiv helfen", versprach er. Es stimme nicht, dass er lediglich kandidiert habe, um sich im Falle einer rot-roten Landesregierung mit einem Landtagsmandat abzusichern: "Als verbeamteter Staatssekretär hätte ich Ruhestandsbezüge erhalten und zudem aus dem Landtag heraus auch der Region geholfen." Im Übrigen wolle er sich nicht an der Debatte beteiligen, sagte er.

Die geht unterdessen im Internet weiter: "Bei Lichte betrachtet ist es eigentlich nicht sein, sondern unser Mandat. Und wir sind jetzt für eine komplette Mandatsperiode, sprich fünf Jahre, ohne direkt gewählten Vertreter im Landtag. Da kommt doch richtig Freude beim Wahlvolk auf", schreibt ein Blogger aus Vorpommern. Und ein weiterer Enttäuschter: "Man hat keine echte Wahl. Man hat nur die Wahl zwischen dem Elend, das einem die Parteien vorsetzen."

Die Wahl stellte sich wohl auch Rudolph nicht, der länger als neuer Wirtschaftsminister gehandelt wurde, eher sich die Koalitionäre überraschend für Harry Glawe (CDU) entschieden - als Minister hätte Rudolph sein Mandat behalten können, als verbeamteter Staatssekretär darf er das nicht. Die Alternative, statt wieder Staatssekretär zu werden, jetzt einfacher Abgeordneter zu bleiben, ist Rudolphs Sache auch nicht. Begründung: "Ich bin gebeten worden, Staatssekretär zu sein." Zudem habe er im Wahlkampf auch nie davon gesprochen, Minister werden zu wollen.

Etwas anders klingt das beim Kreisvorsitzenden der CDU in Ostvorpommern, Jörg Hasselmann: "Wir haben sicherlich alle damit gerechnet, dass er Minister wird." Der Unmut in der Region sei verständlich: "Das Mandat ist weg und das ist nicht gut." Allerdings sei es auch so, dass alle CDU-Ortsverbände im Wahlkreis Rudolph einstimmig als Kandidaten mitgetragen hätten. Er hoffe, dass der für Rudolph nachrückende Egbert Liskow aus Greifswald die Lücke kompensieren und den ostvorpommerschen Raum mit abdecken könne, so Hasselmann. Und Rudolph könne als Staatssekretär der Region sicherlich besser helfen, als als Abgeordneter. Liskow hat schon angekündigt, das Mandat annehmen zu wollen. Der Christdemokrat war in Greifswald im direkten Vergleich mit Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) durchgefallen.

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