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WaldspaziergÄnge : Statt ins Krankenhaus in den Heilwald

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

svz.de von
erstellt am 21.Mai.2014 | 07:44 Uhr

Den Kopf freibekommen, tief die gute Luft einatmen, den Augen Erholung gönnen, die Wahrnehmung schärfen: Dass ein Waldspaziergang Gesundheit und Wohlbefinden fördert, ist allgemein bekannt. Dennoch: „Als ich vor zwei Jahren auf der Branchenkonferenz ankündigte, dass wir für die Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern Heilwälder schaffen wollen, haben mir viele einen Vogel gezeigt“, erinnert sich der Präsident des Kuratoriums Gesundheitswirtschaft MV, Prof. Horst Klinkmann.

Mittlerweile aber ist klar: Voraussichtlich schon im nächsten Jahr werden Einheimische und Touristen hier im Land durch insgesamt fünf Heilwälder wandern können. Die ersten Kommunen, so Prof. Klinkmann, hätten bereits die entsprechende Zertifizierung beantragt. Zusammen mit dem Bäderverband haben sich fünf der 61 Kur- und Erholungsorte in Mecklenburg-Vorpommern – Saßnitz, Heringsdorf, Waren, Graal-Müritz und Bad Doberan/ Heiligendamm – die Entwicklung der natürlichen Ressource Wald zum Kur- und Heilwald und damit zur Nutzung als Therapeutikum auf die Fahnen geschrieben. Das Land unterstützt dieses Projekt, indem es in seinem Waldgesetz ausdrücklich die Entwicklung von Kur- und Heilwäldern zulässt – damit ist Mecklenburg-Vorpommern Vorreiter in Deutschland.

Parallel dazu werden die gesundheitsfördernden Potenziale des Waldes wissenschaftlich untersucht. Bekannt ist beispielsweise, dass die reine Waldluft mit ihrem hohen Sauerstoffgehalt heilsam auf viele Lungenerkrankungen wirkt. Auch die positive Wirkung bei bestimmten Hautkrankheiten ist erwiesen. Dazu kommt die aus der Volksheilkunde bekannte Wirksamkeit von Wildfrüchten und Heilkräutern bei diversen Erkrankungen. In jüngerer Zeit wird zudem vermehrt auf den Einfluss des Waldes auf die psychosoziale Gesundheit gesetzt, Erschöpfungskrankheiten wie Burnout beispielsweise lassen sich mit regelmäßigen Waldspaziergängen deutlich lindern. „Man könnte also auch vom Wald als Krankenhaus sprechen“, so Klinkmann.

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