Vorsitzender des Ruderverbandes soll IM gewesen sein : Stasi-Vorwürfe gegen Sportfunktionär

   Hans Sennewald mit Nadja Drygalla    Bernd Wüstneck
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Hans Sennewald mit Nadja Drygalla Bernd Wüstneck

Gegen den Präsidenten des Landesruderverbandes, Hans Sennewald, werden Stasi-Vorwürfe erhoben. Der 52-jährige Rostocker Sportfunktionär soll jahrelang als Inoffizieller Mitarbeiter Berichte für das MfS geschrieben haben

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20. September 2012, 08:40 Uhr

Rostock | Gegen den Präsidenten des Landesruderverbandes (LRV), Hans Sennewald, werden Stasi-Vorwürfe erhoben. Der 52-jährige Rostocker Sportfunktionär soll mehrere Jahre als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) "Alexander" Berichte für das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) geschrieben haben, berichtete gestern "Die Welt" . Der Tageszeitung liegen nach eigenen Angaben 244 Seiten aus Sennewalds Stasi-Akte vor, darunter seine Verpflichtungserklärung mit Unterschrift.

Hans Sennewald war gestern für unsere Redaktion nicht zu erreichen. Er ließ aber über seinen Anwalt Rainer Cherkeh erklären, dass er sich 1984 "nach langem Drängen" gegenüber dem MfS verpflichtet habe.

Der LRV-Präsident war zuletzt im Zusammenhang mit dem Fall Nadja Drygalla in den Medien. Er hatte den Eindruck erweckt, den Deutschen Ruderverband (DRV) schon vor den Olympischen Spielen über die Beziehung der Ruderin zu einem Rostocker Rechtsextremen unterrichtet zu haben. Nach dem Bericht der "Welt" hatte Sennewald über Sportkollegen und über Auslandsaufenthalte der DDR-Rudermannschaft berichtet. Im März 1989 habe die Stasi allerdings über ihren Informanten geschrieben, er weiche "einer kontinuierlichen Trefftätigkeit" aus, schreibt die "Welt". Der ehemalige ASK-Sportler gewann 1982 bei seiner ersten Weltmeisterschaftsteilnahme auf Anhieb Gold im Vierer mit Steuermann. Später war er im DDR-Achter erfolgreich.

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