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Mecklenburg-Vorpommern

19. November 2017 | 15:29 Uhr

Startklar für die Frühjahrsaussaat

vom

svz.de von
erstellt am 20.Mär.2012 | 10:52 Uhr

Gustävel | Kleingärtnern juckt es bei ersten Frühlingstemperaturen förmlich in den Fingern, Landwirte dagegen halten sich eher zurück. Sie wissen: Der

Natur vorauszueilen, könnte am Ende mehr schaden. Der Acker für die Frühjahrsbestellung sei zwar größtenteils vorbereitet, sagt Roland Ohlendorf, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Gustävel, die Zeit für die Aussaat aber noch nicht ganz heran. Wenn es trocken bleibe und wärmer werde, könnten etwa ab nächste

Woche Zuckerrüben gelegt werden. "Das machen in Lohnarbeit die Wariner für uns, auch für die Betriebe in Brüel und Zahrensdorf", so Ohlendorf.

Die Genossenschaft baut auf 30 Hektar diese Hackfrucht an. Beim Zeitpunkt der Bestellung sei allerdings Vorsicht geboten, weiß der erfahrene Landwirt. Ist es warm und feucht, schauen nach sieben bis zehn Tagen zarte Pflänzchen aus dem Boden. Wenn dann der Frost zupackt, könnte enormer Schaden entstehen. "Am 20. April 2005 hatten wir minus 15 Grad. So einen Kälteeinbruch vertragen die Rüben nicht. Da ist sogar Raps kaputt gegangen", erinnert sich Ohlendorf, der für dieses Datum nirgends nachschlagen muss. Das habe sich für Jahre eingeprägt.

Noch empfindlicher reagiere Mais auf Minusgrade. Deshalb beginne die Aussaat nach einer Faustregel nicht vor dem 10. April. Mit 20 bis 25 Hektar ist die

Anbaufläche äußerst gering im Vergleich zu anderen Betrieben. Nachdem der Vertrag mit dem Betreiber einer großen

Biogasanlage in Güstrow nach fünf Jahren ausgelaufen ist und die Gustäveler ihn nicht verlängert haben, halten sie sich aus diesem Geschäft heraus, produzieren Mais als Futter, zum überwiegenden Teil für die eigenen Tiere. So hat die Genossenschaft 540 Mutterkühe, die nun allmählich auf die Ausstallung vorbereitet werden. Seit Jahresbeginn gab es 330 Abkalbungen, bis Ende Mai läuft diese Periode. Und für die nächste wird

bereits vorgesorgt: Gestern kamen drei Bullen in die Kuhherden, eine davon steht im Stall, zwei sind im Freien, doch bislang nicht auf dem Grünland. Das gibt noch kein Futter her, weder auf mineralischen Böden, die zumindest abgetrocknet sind, erst recht nicht auf den Moor standorten, wo an manchen Stellen noch das blanke Wasser steht. Die Grünlandpflege ist gegenwärtig eine der Haupt arbeiten neben dem Düngerstreuen. Flächen, die einen Traktor tragen, werden gestriegelt, das heißt, es werden Maulwurfshügel glatt gezogen, mittlerweile trockene Kuhfladen aus dem Vorjahr verteilt und filzige Stellen im Gras gelockert. Anschließend geht es mit der Walze über die Weiden.

Das Grünland macht gut ein Viertel der 2035 Hektar umfassenden landwirtschaftlichen Nutzfläche aus. Auf dem Ackerland wurde im Herbst "möglichst viel Getreide" angebaut: 550 Hektar Weizen, knapp 200 Hektar Wintergerste und 230 Hektar Roggen. Das sei etwas mehr als in den Jahren zuvor, als sich die Anbaufläche zwischen 920 und 930 Hektar bewegte. Raps steht auf 327 Hektar im Feld. Die Bestände seien diesmal unbeschadet durch den Winter gekommen, schätzt der Gustäveler Agrarchef ein. Ganz anders als vor einem Jahr und als in anderen Regionen. "Wir blieben von Kahlfrösten verschont. Hier hat es Ende Januar geschneit, so dass die Schneedecke die Pflanzen vor dem zeitweise strengen Frost geschützt hat und es keine Auswinterungen gab", erklärt Ohlendorf. Von zu großem Optimismus hält er aber gar nichts, denn bis zur Ernte haben die Kulturen noch eine lange Zeit vor sich.


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