Linienflüge ab Laage : Start schon wieder verschoben

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Die ab dem 13. Januar geplanten Linienflüge der neuen Fluggesellschaft Rostock-Airways werden erneut verschoben – auf unbestimmte Zeit.

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29. Dezember 2013, 21:30 Uhr

Direktflüge ab Laage nach München und Frankfurt mit Startproblemen: Die ab dem 13. Januar geplanten Linienflüge der neuen Fluggesellschaft Rostock-Airways werden erneut verschoben – auf unbestimmte Zeit. Die Airline könne nicht starten, da der Flughafen Rostock-Laage seit Monaten seine „Verpflichtungen nicht erfüllt“ und zugesagte Verträge über subventionierte, aber dem EU-Recht entsprechende Start- und Landegebühren bisher nicht unterschrieben habe, sagte Roland Ehrsam, Justiziar und Syndikus der Gesellschaft, gegenüber unserer Redaktion. Zuletzt hatten die Gesellschafter des Flughafens, die Stadt und der Landkreis Rostock sowie die Stadt Laage, die für die Startphase vorgesehenen rabattierten Start- und Landegebühren für Rostock-Airways angesichts der Rekordverluste des Flughafens in diesem Jahr abgelehnt. Ursprünglich hatte die Flughafengesellschaft in diesem Jahr mit einem Defizit von 2,3 Millionen Euro gerechnet. Inzwischen wird ein Verlust von 2,7 Millionen Euro erwartet. Ohne frisches Geld droht dem Airport möglicherweise schon in wenigen Monaten die Insolvenz, hieß es vergangene Woche. Rostock-Airways wollte ab Mitte Januar täglich von montags bis freitags ab Laage Linienflieger nach München und Frankfurt, ab Anfang Februar sogar dreimal täglich zum internationalen Luftdrehkreuz nach Kopenhagen schicken.

Daraus wird vorerst nichts: Zunächst werde Rostock-Airways ab Anfang Februar ab Bremen Richtung Zürich abheben, erklärte Ehrsam. Ein entsprechender Vertrag solle Anfang Januar unterschrieben werden. Flugruhe hingegen in Laage: Solange die Finanzierung des Airports nicht gesichert sei und es keine verlässliche Aussage des Landes zur Zukunft des Flughafens gebe, würden keine Maschinen starten, stellte Ehrsam klar: „Das Land muss sich positionieren.“ Ein Flughafen mit derartigen Problemen sei den zyprisch-amerikanischen Investoren von Rostock-Airways nicht zu vermitteln. Bislang sind die Kapitalgeber nicht namentlich bekannt.

Erst im August, dann im Oktober, jetzt im Januar: Die Regionalairline Rostock-Airways hat mit der erneuten Absage inzwischen den dritten Starttermin für die neue Airline verschoben. Der seit Jahren defizitäre und mittlerweile jährlich mit Millionenzuschüssen am Leben erhaltene Regionalairport verliert damit vorerst einen Hoffnungsträger: Flughafenchef Carsten Herget hatte sich von der neuen Fluggesellschaft in ein bis zwei Jahren zusätzlich 100 000 Passagiere erwartet, „in drei bis fünf Jahren sogar bis zu 400 000“. Von Januar bis Oktober zählte Laage 160 000 Fluggäste – zwölf Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

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