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Mecklenburg-Vorpommern

19. November 2017 | 02:29 Uhr

Tourismus : Start in die Badesaison

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die ersten Hartgesottenen trauen sich in die Ostsee – darum werden in mehreren Badeorten an der Küste die ersten Wachtürme besetzt.

Trotz gewöhnungsbedürftiger Ostseetemperaturen von knapp zehn Grad haben die ersten Seebäder in Mecklenburg-Vorpommern gestern die Badesaison eingeläutet. Die Deutsche Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG) besetzte in Graal-Müritz, Kühlungsborn, Göhren, Sellin und Zempin die Haupttürme. Die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes öffnete die Haupttürme in den Kaiserbädern auf Usedom und in Zinnowitz.

„Die ersten aktiven Senioren gehen bei diesen Temperaturen bereits baden“, berichtete DLRG-Einsatzleiterin Mai Bartsch von den Erfahrungen der letzten Jahre. Aber vielmehr wollen die Rettungsschwimmer den Strandbesuchern bereits jetzt ein Gefühl von Sicherheit geben. So richten sie ihren Blick nicht nur auf die wagemutigen Badenden, sondern versorgen auch Schnittwunden oder Verletzungen, sagte Wasserwacht-Leiter Thomas Powasserat.

Die DLRG hat in diesem Jahr rund 1500 Rettungsschwimmer an 26 Orten im Einsatz. Die Wasserwacht mit 1300 Rettungsschwimmern übernimmt in 14 Ostseebädern die Wasserrettung und bewacht zudem 52 Badestellen an Binnenseen.  An den meisten Orten startet die Badesaison zum Herrentagswochenende um den 15. Mai. Bis Ende Juni werden zunächst die Haupttürme, dann in der Hauptsaison auch alle Nebentürme besetzt.

Nach Angaben der Wasserwacht sind in der Vorsaison noch 20 Prozent der Stellen offen, in der ersten Juliwoche noch 30 Prozent. „Wir haben viele Schüler und junge Erwachsene aus Mecklenburg-Vorpommern im Einsatz, die erst Mitte Juli Ferien bekommen“, sagte Powasserat. Bewerbungen sind deshalb bei Wasserwacht und DLRG weiter willkommen.

Auch bei der DLRG werden die Wartelisten, auf denen sich interessierte Rettungsschwimmer vormerken lassen können, kürzer. Dies sei Ausdruck des demografischen Wandels, sagte Bartsch. „Wir brauchen jedes Auge“, appellierte sie an weitere Bewerber.

Im vergangenen Jahr hatten gefährliche Unterströmungen an der Ostsee zu mehreren tödlichen Badeunfällen geführt und für Verunsicherung unter Strandbesuchern gesorgt. Die DLRG hat darauf reagiert und eine kostenlose Handy-App (dlrg info) entwickelt, über die die Badegäste auf ihrem Smartphone die aktuelle Beflaggung an ihrem Badeort abrufen können. Die App soll ab Mitte Mai von den jeweiligen Wachturmleitern mit den Daten gefüttert werden. Sie kann bereits jetzt aus den App-Stores heruntergeladen werden.  

Die Diskussion um die Arbeit der Rettungsschwimmer habe zu einer größeren Sensibilität in der Öffentlichkeit geführt, sagte Powasserat. In den Seebädern werde die Arbeit stärker geschätzt: So böten Hotels beispielsweise ein kostenloses Frühstück oder gebe es kostenlos Eintritt in Saunen. „Es sind die kleinen Gesten, die zeigen, dass die Arbeit anerkannt wird“, sagte Powasserat.

2011 hatte die DLRG mit Intensiv-Rettungsschwimmerkursen für Urlauber an der Küste gestartet. Diese Arbeit zahle sich inzwischen aus, sagte Bartsch. Von den 119 Rettungsschwimmern, die in diesen Kursen zusätzlich ausgebildet wurden, kämen rund ein Drittel an der Küste in den Einsatz. Auch die Wasserwacht bietet an einigen Orten Rettungsschwimmerkurse oder auch Schwimmkurse an.  

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