Spendenaktion : Starke Eltern – starke Kinder

Viele Eltern freuen sich über Tipps zum Umgang mit Babys und Kleinkindern.
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Viele Eltern freuen sich über Tipps zum Umgang mit Babys und Kleinkindern.

Beim Deutschen Kinderschutzbund lernen junge Mütter und Väter alles über Erziehung / Kurse sind von Spenden abhängig

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09. Dezember 2014, 12:00 Uhr

„Mein Sohn hat sozusagen über Nacht aufgehört zu beißen, nachdem ich ihm – so oft es geht – eine ganze Stunde pro Tag widme, in der ich nur für ihn da bin“, erzählt eine junge Mutter. Es ist Mittwochabend. Nach und nach treffen auch die anderen Mütter im Fortbildungsinstitut für Erwachsenen- und Familienbildung in Bad Doberan ein.

Einmal die Woche treffen sie sich hier, um ihre Sorgen und Ängste sowie die ganz normalen Alltagsprobleme im Leben eines Elternteils zu besprechen. In dem Kurs „Starke Eltern – Starke Kinder“ vom Deutschen Kinderschutzbund tauschen sie sich über Erziehungstipps für Null- bis Dreijährige aus.

Es ist 19 Uhr. Vermutlich werden die Kinder zu Hause gerade von ihren Vätern oder Babysittern ins Bett gebracht. In dem Kurs soll es heute um den Umgang mit Trotzanfällen gehen, wenn die lieben Kleinen nicht ihren Willen durchsetzen können. „Trotz ist das größte Problem in der Autonomiephase“, betont Marita Marquardt. Die Kursleiterin bietet seit 2007 fortlaufend Seminare in Mecklenburg-Vorpommern an. Nicht nur für Eltern von Kleinkindern, sondern auch von Vorschulkindern oder pubertierenden Jugendlichen. In der Regel umfasst ein Kurs zehn Treffen von jeweils zwei Stunden in kleinen Gruppen.

Hier finden Sie alle Informationen zur Spendenaktion

„Es kommen Eltern, bei denen sich die Probleme zu Hause bereits zugespitzt haben und andere, die nicht erst wollen, dass es so weit kommt“, sagt Marita Marquardt. Es wird beraten und diskutiert. Die Gruppe ist an absolute Schweigepflicht gebunden. Dadurch sollen die Teilnehmer alles offen ansprechen können, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

„Gerne würden wir noch mehr Eltern Kurse wie diesen anbieten“, sagt die Vorsitzende des Kinderschutzbundes in Mecklenburg-Vorpommern, Angelika Stiemer. Das Angebot ist jedoch von Spenden abhängig. „Jede Spende trägt dazu bei, dass wir Familien in ihrem veränderten und oftmals schwierigen Erziehungsalltag nicht allein lassen“, macht Angelika Stiemer deutlich.

„Wir haben inzwischen sehr viel weniger Stress im Alltag unserer Familie, weil wir Schritt für Schritt lernen, unsere Bedürfnisse mit denen unserer Kinder in Einklang zu bringen“, bestätigt eine der Mütter. Für sie alle war es eine Entlastung festzustellen, dass es quasi keine Familie gibt, bei der es nicht hin und wieder zu Problemen kommen kann. „Eltern wollen das Gute für ihr Kind, dürfen aber trotzdem Mensch bleiben. Es gibt keine Eltern, die keine Fehler machen.“ Ziel des Kurses sei es daher auch nicht, die perfekte Mutter oder den perfekten Vater zu schaffen, sondern die Bedürfnisse der Eltern und Kinder in Einklang zu bringen. Um Kinder stark für die Zukunft zu machen, bedarf es starker Eltern.

„Kinder brauchen Orientierung und Grenzen. Erziehung ist immer ein Ausbalancieren“, meint Marita Marquardt. Doch nicht nur die Erziehung stehe im Vordergrund, auch die Ernährung und Bedürfnisse von Kleinkindern werden besprochen.

Die Eltern sind begeistert: „Wir waren auch schon vor dem Kurs liebevolle Eltern und haben uns um unsere Kinder gekümmert. Dieser Kurs aber hat uns wirklich noch bereichert“, so das gemeinsame Fazit. „Alle Eltern sollten solch einen Kurs vom Deutschen Kinderschutzbund besuchen. Der Zeitaufwand lohnt sich.“

Ihre Spenden helfen direkt

Mit unserer diesjährigen Weihnachtsspendenaktion möchten wir den Kinderschutzbund im Nordosten unterstützen.  Fachkräfte und Ehrenamtler  setzen sich vor Ort Tag für Tag für Kinder und Jugendliche ein, die Hilfe brauchen. Geplant ist auch der Aufbau eines Kinderschutz-Zentrums im Nordosten – eine Einrichtung für Kinder,  die von Gewalt betroffen oder bedroht sind. Bitte helfen Sie mit, liebe Leserinnen und Leser.  Jeder Euro zählt – und wird sogar von der Bethe-Stiftung verdoppelt! Bislang sind 9164 Euro auf dem Spendenkonto eingegangen.   Zu den Spendern gehörten auch Christian und Katrin Pegel. Vielen Dank! Auch andere Spender möchten gern namentlich erwähnen, falls sie einer Veröffentlichung  per Verwendungszweck-Vermerk zustimmen.
 

Sieben Tipps für Eltern von Kleinkindern:

Jeder will eine gute Mutter, beziehungsweise ein guter Vater sein. Doch wie wird man das? Wann erlaubt man zu viel, wie setzt man Grenzen? Wenn das Bauchgefühl nicht mehr weiterhilft, gibt Marita Marquardt Tipps. Hier sind ihre persönlichen Hinweise im Umgang mit Kindern:

Schutz, Hilfe und Trost

Als Basis für eine gute Entwicklung braucht Ihr Kind Ihren Schutz (vor Gefahren), Ihre Hilfe (wenn es nicht mehr weiter weiß) und Ihren Trost (wenn es traurig oder irritiert ist). Nicht zu viel und nicht zu wenig davon.

Eine Stunde Zuwendung

Ihr Kind benötigt Ihre Zuwendung. Eine Stunde für jedes Kind ungeteilter Aufmerksamkeit und es kann sich sicher und als wertvoller Mensch fühlen. Oft reicht hier schon das Beobachten Ihres Kindes beim Spielen.

Spielend leicht lernen

Kinder lernen beim Spielen und Tun und das möglichst mit allen Sinnen. Fernsehen und Videos dagegen aktivieren nur zwei Sinneskanäle (Hören und Sehen). Die anderen Bereiche bleiben inaktiv. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass Fernsehen Kinder unter drei Jahren dumm und dick werden lässt. Aber wenn es denn schon sein muss, bitte nur höchstens 10 Minuten am Tag.

Wünsche respektieren

Kinder werden selbstbewusst und stark, wenn sie erleben, dass ihre Bedürfnisse und Wünsche eine Rolle spielen. Versuchen Sie Ihre eigenen Bedürfnisse mit denen der Kinder in Einklang zu bringen durch das Konsens- oder Kompromissefinden.

Sauberwerden

Zwingen Sie Ihr Kind nicht sauber zu werden. Erst mit durchschnittlich zwei Jahren ist die Gehirnreifung so weit voran geschritten, dass das Sauberwerden leicht fällt.

Grenzen setzen

Kinder brauchen Grenzen, um sich sicher zu fühlen und orientieren zu können. Zu enge Grenzen behindern das Kind in seiner Entwicklung – zu weite Grenzen geben keinen Halt und führen dazu, dass das Kind die Macht über seine Eltern bekommt. Wer die Macht hat, hat auch die Verantwortung – und dafür sind diese kleinen Kinder noch viel zu unerfahren. Geben Sie darum  „Spielräume“, in denen das Kind forschen, sich bewegen, atmen und sich entwickeln kann und gleichzeitig ein soziales Wesen wird, das die Bedürfnisse anderer Menschen respektieren lernt. Sie selbst sind dabei das Vorbild.

Gute Zusammenarbeit

Eine gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Erzieherin Ihres Kindes kann in der Krippe die optimalsten Entwicklungsbedingungen schaffen. Nutzen Sie hierfür die Entwicklungsgespräche, die inzwischen in      jeder Kita  angeboten werden. Denn nie wieder wird Ihr Kind so viel lernen, wie in den ersten drei Lebensjahren. Dieses Lernen ist sehr nachhaltig und prägt die Lebenseinstellung Ihres Kindes für den weiteren Verlauf.

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