Urlaubszeit ist Reisezeit : Stalaktiten, Stalagmiten, Stalagnaten?

Stalagmiten
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Urlaubszeit ist Reisezeit – Reisen bildet, aber man kann ja nie genug wissen: Die wichtigsten Eselsbrücken für die schönsten Tage des Jahres

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22. Juli 2014, 11:45 Uhr

Urlaubszeit ist Reisezeit – und Reisen bildet bekanntlich. Weit vorn aber ist natürlich der, der auf der Reise schon mit Wissen glänzen kann. Damit Sie dazugehören, baut Ihnen unser Autor Christian Satorius hier Eselsbrücken.

Stalaktiten, Stalagmiten oder Stalagnaten?
Wo könnte man sich im Urlaub wohl schöner blamieren, als in einer Tropfsteinhöhle? Bloß nicht einen „Stalaktiten“ lauthals fälschlicherweise als „Stalagmiten“ bezeichnen. Was bleibt, ist Schweigen, und andachtsvolles Staunen.

Dabei wissen es die meisten anderen Touristen ja auch nicht besser. Welche Tropfsteine wachsen denn nun von unten nach oben, welche von oben nach unten? Und um uns gänzlich zu verwirren, gibt es ja auch noch die, die in der Mitte zusammengewachsen sind. Eine Eselsbrücke hilft: Die Mieten steigen (Stalagmiten wachsen vom Boden aus nach oben), die Stalaktiten hängen von der Tecke (Gut, das ist orthographisch nicht ganz astrein, hilft aber) – und Stalagnaten? Na, dreimal darfst du raten (Das reimt sich so schön, und es bleibt ja in der Tat nicht mehr viel zur Auswahl übrig).

Backbord oder Steuerbord?
Landratten verwechseln nicht nur gern Backbord und Steuerbord, sie wissen zumeist auch nicht, welche Farbe zu welcher Seite gehört. Zwei stehen zur Auswahl: rot und grün. Beim Klabautermann, dabei ist es so einfach – zumindest mit dieser Eselsbrücke: Gibt der Kapitän dem Matrosen eine Ohrfeige, wird beim Matrosen die linke Backe rot. Also: Backbord ist die linke Seite und die Farbe rot gehört hierhin. Bleibt nur noch übrig: Steuerbord, rechte Seite, grüne Farbe. Seemänner sind natürlich immer Rechtshänder, sonst würde die schöne Eselsbrücke ja nicht funktionieren.

a.m. oder p.m.?
In manchen Ländern hat der Tag nicht wie bei uns 24 Stunden, sondern vielmehr zwei mal zwölf Stunden, was im Urlaubsalltag ziemlich verzwickt werden kann. Die USA, Kanada, Australien, Neuseeland und die Philippinen mengen der Uhrzeit nämlich gerne mal ein „a.m.“ oder ein „p.m.“ bei, was dem Kundigen zu verstehen gibt, ob sich die Zeitangabe auf den Vormittag oder auf den Nachmittag bezieht. Nur was ist was? „A.m.“ ist die Abkürzung für „ante meridiem“, also „vor dem Mittag“, wohingegen „p.m.“ für „post meridiem“, als „nach dem Mittag“ steht. „A.m.“ könnte ja aber auch „am Morgen“ heißen, was viel schöner wäre, weil man sich das viel besser merken kann.


Rot- oder Weisswein?
Jeder darf sich in der Sommerfrische genehmigen, was ihm schmeckt – auch im Lokal. Wer aber nicht weiß, ob er sich zu einem ganz bestimmten Gericht Weißwein oder lieber Rotwein über die Kleidung schütten soll, der kann sich an folgende Eselsbrücke halten: Heller Wein (Weißwein) zu hellem Fleisch (Geflügel und Schwein), dunkler Wein (Rotwein) zu dunklem Fleisch (Wild, Rind, Hammel).

Luv oder Lee?
Wer im Urlaub an der Nord- und Ostsee nicht als Tourist auffallen möchte, kann ja mal versuchen, seine wahre Herkunft durch regen Gebrauch der Seemannssprache zu verschleiern. „Beim Klabautermann!“ passt eigentlich immer. Aber wie war das auf hoher See doch noch gleich mit Luv und Lee? Eines von beiden bezeichnet diejenige Seite des Schiffes, die dem Wind zugewandt ist, die andere bezeichnet die windabgewandte Seite. Die Eselsbrücke dazu: Spuckst du nach Luv, kommt's wieder ruff. Spuckst du nach Lee, geht's in die See. Funktioniert übrigens auch bei Dünen, Deichen und Leuchttürmen.

Afrikanischer Elefant oder Indischer Elefant?
Wer die schönsten Tage im Jahr in Afrika verbringt, wird jeden Elefanten, den er zu Gesicht bekommt, als „Afrikanischen Elefanten“ identifizieren, klar. Aber was macht man im Zoo? Hier lassen sich die Elefanten prima an der Ohrengröße unterscheiden, wenn man denn weiß, welche Ohren zu welcher Elefantenart gehören. Mit den Elefantenohren verhält es sich so wie mit den Kontinenten, auf denen diese Tiere vorkommen: Großer Kontinent (Afrika), große Ohren (Afrikanischer Elefant), kleiner Kontinent (Indien), kleine Ohren (Indischer Elefant). Eigentlich ist der „Indische Elefant“ ja nur eine Unterart des „Asiatischen Elefanten“, der ebenfalls kleine Ohren hat. Aber zuviel biologische Genauigkeit schadet hier der Eselsbrücke. Also Ohren zu und durch.

Zunehmender oder abnehmender Mond?
Romantische Stunden im Mondlicht lassen sich natürlich viel besser planen, wenn man weiß, ob eben dieses Mondlicht morgen vielleicht noch ein bisschen heller scheint. Also wie erkennt man denn nun, ob der Mond zu- oder abnimmt? Ganz einfach: Der Mond nimmt zu, Klammer zu „)“. Die Rundung beim kleinen „a“ passt hingegen besser zum Satzzeichen „Klammer auf“, also „(“. Das gilt allerdings nur für die Nordhalbkugel, auf der Südhalbkugel ist es genau umgekehrt. Bei Vollmond spart man sich die romantischen Stunden unter freiem Himmel vielleicht besser sogar und geht lieber ins Haus, denn wie sagt schon die alte Bauernregel: „Scheint der Mond voll und hell, wächst dem Knecht ein Werwolffell.“
 

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