Bauteile für Offshore-Plattformen : Stahlrohrgiganten im Westhafen von Wismar

Das 28 Meter hohe Stahlrohrfundament für das schwimmende Umspannwerk vor Borkum wird direkt mit der 'Eide Barge 33' zum Einsatzort geschleppt.  Foto: jzei
Das 28 Meter hohe Stahlrohrfundament für das schwimmende Umspannwerk vor Borkum wird direkt mit der "Eide Barge 33" zum Einsatzort geschleppt. Foto: jzei

Wenn sich etwas am Wismarer Standort von Nordic Yards tut, passiert das meist im Verborgenen in der großen Dockhalle. Derzeit sind jedoch gewaltige Konstruktionsteile auf einem Seeponton zu entdecken.

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15. Juli 2012, 09:55 Uhr

Wismar | Wenn sich etwas am Wismarer Standort von Nordic Yards tut, passiert das meist im Verborgenen in der großen Dockhalle. Derzeit sind jedoch gewaltige Konstruktionsteile auf einem Seeponton zu entdecken. Zumindest haben Besucher, die sich am Westhafen auf dem Rundgang um das Technologie- und Forschungszentrums (TFZ) befinden, dazu Gelegenheit.

Bestimmt sind diese bereits vorgefertigten Jumbo-Stahlrohr-Elemente, die als Unterwasser-Tragkonstruktion im Wismarer Baudock noch weiter komplettiert werden, für HelWin alpha, die künftige Umspannstation - eine Offshore-Plattform - vor Helgoland. Vor Kurzem erreichte der Schleppverband, vom Warnemünder Nordic-Yards-Standort kommend, die Hansestadt.

Wer sich auf Hafenrundfahrt begibt, kann außerdem an der Dockhallenpier seit geraumer Weile das fast fertig gestellte Stahlfundament für die Plattform BorWin beta erleben. Es trägt künftig ein in der Nordsee bei Borkum errichtetes Umspannwerk für einen Windpark. Die gesamte Anlage, die für eine Stromerzeugung für bis zu 800 Megawatt ausgelegt ist, soll voraussichtlich schon Ende 2012 ihren Testbetrieb aufnehmen. Dazu wird das in Wismar gebaute Fundament des Umspannwerkes in der nächsten Zeit auf diesem Hochseeponton verschifft. "Es wird direkt zum Einsatzort in der Nordsee transportiert", teilte Werftsprecher Stefan Sprunk auf Anfrage mit.

Die fast 110 Meter lange und 45 Meter breite "Eide Barge 33" spielt als schwimmende Bauplattform und Überseetrans portmöglichkeit für Schwerlasten dabei eine besondere Rolle. Sie verfügt zwar über keinen eigenen Antrieb, dafür aber über Bordkräne und eine eigene Strom-

Versorgung. Die ist vor allem notwendig, um leistungsfähige Pumpen zu betreiben. Damit erfüllt die Barge die Funktion eines Schwimmdocks und kann zum Ausschwimmen seiner Ladung bis auf 20 Meter in die See abgesenkt werden.

Inzwischen steht in der Werft der Bau der dritten und bisher gewaltigsten Offshore-Konverterstation an. SylWin alpha ist noch größer und soll künftig etwa 70 Kilometer westlich von Sylt bis zu 864 Megawatt aus Wind gewonnene Energie an deutsche Verbraucher liefern.

Auch die Belegschaft von Nordic Yards wächst weiter und hat inzwischen die magische Grenze von tausend Mitarbeitern überschritten. Dazu noch einmal Werftsprecher Sprunk: "Wir hatten massiv Leute gesucht, vor allem im ingenieurtechnischen Bereich, und können noch weitere gebrauchen."

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