Offshore-Plattform "BorWin beta" ausgedockt : Stahlkoloss im Aufbruch

<strong>Hat vorübergehend das Dock verlassen:</strong> die Offshore-Plattform 'BorWin beta'.<foto> dpa</foto>
Hat vorübergehend das Dock verlassen: die Offshore-Plattform "BorWin beta". dpa

Die erste von drei Offshore-Umspannstationen ist gestern auf der Nordic Yards-Werft in Warnemünde ausgedockt worden. Schlepper zogen die 90 Meter hohe Stahlkonstruktion „Borwin beta“ an den Ausrüstungskai.

svz.de von
06. Juni 2012, 07:56 Uhr

Warnemünde | Ein Stahlkoloss mit einem imposanten Gewicht von mehr als 20 Airbussen des Typs A 380 ist gestern erstmals ins Wasser gelassen worden. Bei Nordic Yards in Warnemünde ist die noch nicht komplett fertiggestellte Offshore-Plattform "BorWin beta" für eine Zeit ausgedockt und an Liegeplatz 3 verlegt worden. Später kehrt sie für Restarbeiten noch einmal ins Dock zurück. Es fehlt unter anderem der gelbe Anstrich. Dienstag war das Manöver wegen schlechter Windverhältnisse ausgefallen. Die Aktion begleiten Lotsen und Schlepper.

Damit der stählerne Gigant das Dock überhaupt verlassen kann, muss der Bereich geflutet werden. Im Anschluss wird das Dock-Tor zur Seite geschoben. Schlepper "Bugsier 16" fährt ins Dock und wird vom Bockkran auf die andere Seite gehoben, um den metallenen Koloss von beiden Seiten herauszumanövrieren. Der weit sichtbare blaue Kran mit der Aufschrift "Warnow" kann Lasten von 600 Tonnen heben.

Ein Mann ist bei diesem Vorhaben ganz wichtig: Es ist Dockmeister Steffen Gleisberg. Er ist schon 31 Jahre mit diesem Standort verbunden. Gestern hat sein Wecker bereits um 4 Uhr geklingelt. "Lampenfieber habe ich dabei nicht, für mich ist so ein Ausdocken ein eingespieltes Manöver", sagt er. Früher hat Gleisberg zwölf Schiffe im Jahr ins Wasser gelassen. "Hier ist es wichtig, dass alles plangemäß und ohne Zwischenfälle verläuft", sagt er. Auch die Nordic-Projektplaner Fred Schippmann und Michael Scheffsky verfolgen alles. Mit die höchste Pulsfrequenz hat gestern Nordicer Wolfgang Bauer, der für die Abdichtungen zuständig ist.

Das erste Ausdocken der Offshore-Konverterplattform "BorWin beta" hat viel Aufsehen erregt. Denn solche Plattformen sind nicht alle Tage zu sehen. "BorWin beta" ist rund 72 Meter lang, 51 Meter breit und 35 Meter hoch. Sie wird am künftigen Standort etwa 20 Meter über dem Wasserspiegel installiert. Vom Meeresspiegel bis zu den Deckskranen, die derzeit wie der Landeplatz für Hubschrauber, eine Gesamthöhe von 95 Metern erreichen.

"BorWin Beta" ist die erste von drei Konverterplattformen, die im Auftrag von Siemens Energy bei Nordic Yards gefertigt werden. Die Arbeiten haben am 2. Mai 2011 begonnen. Das Fundament der Plattform wird in Wismar gefertigt. Die Plattform selbst dient dem Netzanschluss der Windparks Veja Mate und Global Tech I und wird etwa 125 Kilometer vor der deutschen Nordseeküste verankert. "Ihre Aufgabe ist es, ab 2013 den auf See produzierten Wind- von Wechsel- in Gleichstrom umzuwandeln", sagt Nordic-Sprecher Stefan Sprunk.

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