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Wildpinkeln verboten : Städte verhängen Pullerstrafen

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Statt das nächste öffentliche Klo zu benutzen hält der nächste Busch als stilles Örtchen her.  Das kann teuer werden

svz.de von
erstellt am 08.Aug.2014 | 20:32 Uhr

Unsitte in Hauseingängen, Parkanlagen, Fußgängertunneln und Wartehäuschen: Mit der Open-Air-Saison und der Vielzahl der Stadt-, Hafen - und Dorffeste kennen Wildpinkler in Mecklenburg-Vorpommern keine Schranken mehr. Statt das nächste öffentliche Klo zu benutzen hält der nächste Busch als stilles Örtchen her.  Das kann teuer werden: Städte in Mecklenburg-Vorpommern und Deutschland gehen immer öfter gegen Wildpinkler vor und verhängen Pullerstrafen. In MV werden Bußgelder zwischen 35 und 75 Euro fällig, ergab eine Umfrage unserer Zeitung unter Ordnungsämtern  der Städte.

Ein Problem vor allem der größeren Städte: In Rostock sind in den vergangenen eineinhalb Jahren in 13 Fällen Wildpinkler erwischt worden, teilte eine Stadtsprecherin gestern mit. In Schwerin seien vier Geldstrafen verhängt worden, erklärte eine Stadtsprecherin. Auch kleinere Städte wollen nicht mehr zusehen, dass immer mehr Menschen ihre Notdurft öffentlich verrichten. Wer erwischt wird, muss beispielsweise in Lübz mit einem Verwarngeld von 35 bis 50 Euro rechnen. Wer häufiger ertappt werde, für den würden mehr als 50 Euro fällig, erklärte Ordnungsamtschef Thomas Rosenfeldt. Auch in Sternberg vermuten die Ordnungsbehörden gerade an Wochenenden mit Großveranstaltungen eine Reihe von Wildpinklern. Allerdings: Erwischt wurde bislang noch niemand.

Dabei lassen die Bußgeldverordnungen und Gesetze deutlich höhere Strafen zu. In Rostock werde das Urinieren in der Öffentlichkeit nach dem  Ordnungswidrigkeitengesetz  geahndet, teilte eine Stadtspecherin mit. Der Bußgeldrahmen für diese Ordnungswidrigkeit liege zwischen 5 und 1000 Euro – wie in Schwerin, Lübz, Goldberg, Plau und Parchim. Für das Verunreinigen von Straßen, worunter auch das Urinieren in der Öffentlichkeit falle, könnte in Lübz sogar eine Höchststrafe von maximal 5000 Euro  verhängt werden, so der Ordnungsamtschef.

Indes sehen die Kommunen bundesweit dem öffentlichen Geschäft nicht mehr länger zu. Dem jetzt vorgelgten ersten Wildpinkler-Atlas zufolge drohen die Kommunen inzwischen mit Strafen zwischen 5 und 1000 Euro. In Städten am Rhein werden 200 Euro, an der Isar 100 verlangt. In Essen liegt das Bußgeld zwischen 50 und 500 Euro. Vergleichsweise kulant geht Berlin vor: Für einmal Wildpinkeln stellen die Ordnungsämter in der Hauptstadt gerade 20 Euro Strafe in Rechnung.

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