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Mecklenburg-Vorpommern

13. Dezember 2017 | 17:58 Uhr

Stadtpolitik trägt Theatersparkurs mit

vom

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erstellt am 17.Dez.2011 | 10:24 Uhr

Schwerin | Die vom Aufsichtsrat beschlossenen Kürzungen beim Mecklenburgischen Staatstheater sorgen bei den Stadtvertretern für lange Gesichter, finden aber allgemeine Zustimmung. "Die Einschnitte sind sehr schmerzhaft", sagte CDU-Fraktionschef Sebastian Ehlers. "Das macht keiner gerne. Aber es war ja klar, dass wir in Schwerin eigene Maßnahmen auf den Weg bringen müssen." Eine Insolvenz des Hauses sei viel schlimmer gewesen, so Ehlers.

Das sieht auch Gerd Böttger, der Vorsitzende der Linksfraktion so. "Die Entscheidung hat mich nicht überrascht. Ich hoffe, dass jetzt alle aufgewacht sind." Insbesondere das Land müsse seine Hausaufgaben machen. Gerade die Schließung der Fritz-Reuter-Bühne hält Böttger für problematisch, weil die plattdeutsche Sprache in der Landesverfassung verankert ist. Ein Argument, dem sich auch Rolf Steinmüller von den Unabhängigen Bürgern anschließt. "Das kann man mit der Fritz-Reuter-Bühne nicht machen." Einer Spartenschließung werde er nicht zustimmen, so Steinmüller. Er ist jedoch skeptisch, was eine stärkere Landesbeteiligung am Staatstheater betrifft. "Das hat 20 Jahre lang nicht funktioniert." Und auch den Landtagsabgeordneten traut Rolf Steinmüller in dieser Sache nichts zu. "Da denkt jeder nur an seine Region."

"Einsparungen sind unumgänglich", sagt auch der fraktionslose Stadtvertreter Manfred Strauß. Doch das dürfe nicht nur "bei den Indianern, sondern muss auch bei den Häuptlingen" geschehen. "Warum wird nicht bei der finanziell sehr gut gestellten Leitungsebene gekürzt?"

Eine stärkere Beteiligung des Landes fordert auch Daniel Mestlin, Chef der Fraktion SPD/Grüne. Er will aber auch das Umland beteiligen. "Nur 25 Prozent der Theaterbesucher kommen aus Schwerin. Da müssen sich die Landkreise in Westmecklenburg solidarisch zeigen und Anteilseigner der gGmbH werden." So könne aus einem städtischen ein regionales Theater werden.

Mit großem Nachdruck sprechen sich die Unabhängigen Bürger und Manfred Strauß für einen Intendantenwechsel aus. Der Empfehlung des Aufsichtsrates, Joachim Kümmritz einen neuen Vertrag bis 2016 zu geben, wollen sie nicht folgen. "Die Verdienste des Intendanten sind unbestritten", so Strauß. "Aber ins Theater muss frischer Wind." Die anderen Fraktionen sehen das allerdings nicht so. Die Wiederbestellung von Joachim Kümmritz gilt als sicher.

Der Betriebsratsvorsitzende des Theaters, Andreas Fritsch, forderte unterdessen den Landtag auf, sich mit dem Theaterthema zu befassen. "Nicht nur die Beschäftigten, sondern auch große Teile der Bevölkerung erwarten, dass die Mehrspartentheater ihren Auftrag weiter erfüllen können."

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