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Schwerin Ostorf : Stadt will neue Krösnitz-Brücke bauen

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Dramatischer Unfall in Ostorf: Ein 40-Tonner kracht durch die Krösnitz-Brücke auf die Crivitzer Chaussee. Dieses Szenario muss vermeiden werden. Die Überführung soll neu gebaut werden lassen.

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erstellt am 13.Jan.2012 | 09:51 Uhr

Ostorf | Dramatischer Unfall in Ostorf: Ein 40-Tonner kracht durch die Krösnitz-Brücke auf die Crivitzer Chaussee. "Dieses Szenario müssen wir vermeiden", sagt Schwerins Baudezernent. Dr. Wolfram Friedersdorff will die Überführung neu bauen lassen. Seine Rechnung ist simpel: Für eine Sanierung muss Schwerin nach groben Schätzungen bis zu 1,5 Millionen Euro bezahlen. Für einen Neubau auch. Der kostet zwar eigentlich etwa vier Millionen Euro, aber das Verkehrsministerium signalisierte Friedersdorff bereits, etwa 60 Prozent mit Fördermitteln zu bestreiten. Hinzu kommt der Vorteil eines Neubaus: 75 Jahre mehr Lebenserwartung. "Wir hätten die kommenden hundert Jahre Ruhe", so der Baudezernent. "Eine Sperrung der Krösnitz-Brücke wäre fatal." In den kommenden Monaten wird die Stadtverwaltung die Rechnung mit konkreten Zahlen unterlegen.

Rückblick: In den 70er-Jahren schlägt Schwerin die Brücke über die Crivitzer Chaussee. Dabei wird Spannstahl verbaut, der in Henningsdorf mit der speziellen Ölschlussvergütung bearbeitet wurde. Das heute umstrittene Verfahren macht die Brücke anfällig für Korrosion. 1994 wird die Brücke saniert. Knapp 20 Jahre später besteht erneut der Verdacht, die Brücke könnte der Belastung durch den Schwerlastverkehr nicht mehr lange Stand halten. Im vergangenen Jahr bohren Ingenieure die Überführung noch einmal an, kontrollieren ihren Zustand. "In den kommenden Jahren ist kein Einbruch zu befürchten", sagt Friedersdorff. Allerdings werde die Stadt die Belastung durch Tempo-Begrenzung verringern müssen. Hinzu kommen regelmäßige Baugutachten, "die auch weiter Geld kosten werden", so der Fachmann. Deshalb will die Verwaltung noch in diesem Jahr die Planungen konkretisieren.

Günstigere Alternativen wie einen Kreisverkehr oder eine Ampel halten sowohl die Verwaltung der Landeshauptstadt als auch Verkehrsministerium für falsche Ansätze. "Bis zu 37 000 Fahrzeuge kreuzen diesen Bereich täglich", sagt Friedersdorff. Da sei ein Stau fast programmiert und die Brücken-Lösung alternativlos die beste für einen flüssigen Verkehr. Doch die endgültige Entscheidung liegt bei der Politik. Die Fachleute wollen der Stadt bis zum Sommer einen entsprechenden Beschlussvorschlag unterbreiten. Zwar drückt der Zustand der Überführung nicht auf die Zeit, "aber wenn wir nicht 2013 oder 2014 bauen, dann fressen uns irgendwann die Kosten für die Baugutachten auf", so Friedersdorff. Diese seien notwendig, um ein Horrorszenario wie einen Brückendurchbruch zu vermeiden.


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