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Mecklenburg-Vorpommern

18. November 2017 | 02:19 Uhr

Schwerin : Stadt verschiebt Schlossanleger-Bau

vom

Der umstrittene Schiffsanleger in der Schlossbucht wird vorerst nicht gebaut. Nach Informationen der SVZ verschiebt die Stadt das Vorhaben auf den September. Grund ist ein Rechtsstreit mit den Bund für Umwelt und Natur.

svz.de von
erstellt am 19.Apr.2012 | 11:57 Uhr

Ostorf | Der umstrittene Schiffsanleger in der Schlossbucht wird vorerst nicht gebaut. Nach Informationen dieser Zeitung verschiebt die Stadt das Vorhaben auf den September. Grund ist ein Rechtsstreit mit den Bund für Umwelt und Natur (BUND). Der hatte vor dem Verwaltungsgericht geklagt (SVZ berichtete).

Nach Auffassung des Umweltver bandes kommt es mit dem Bau des Anlegers grundsätzlich zu erheblichen Be einträchtigungen des EU-Vogelschutzgebietes "Schweriner See". Die Schlossbucht sei "bisher vergleichsweise wenig von Boots- und Schiffsverkehr beeinträchtigt und deshalb für zahlreiche Wasser vogel arten Brut- und Rastplatz". Die Wasservögel würden derzeit, ihre Nester bauen und Rammschläge hätten "ganz scharfe Auswirkungen auf die Brut", sagte damals die Landesgeschäftsführerin des BUND, Corinna Cwielag. "Das verstößt massiv gegen gesetzliche Vorgaben."

Die Stadt sah das bisher anders. "Die Beeinträchtigungen für die Vogelwelt sind minimal und auch nur kurzzeitig", sagte vor der Verhandlung Umwelt dezernent Wolfram Friedersdorff. Auch auf Dauer sah der Dezernent die Auswirkungen für das Vogelschutzgebiet als nur sehr gering an. Trotzdem hatte die Stadt ein Kurzgutachten in Auftrag gegeben. Darin waren "sekundäre Auswirkungen" auf die Vogelwelt durch eine geringe Zunahme des Bootsverkehrs testiert worden. Die Rede war von zehn Booten.

Inzwischen gab es einen nicht öffentlichen Vor-Ort-Termin des Verwaltungsgerichtes. Die Stadt sollte danach noch einmal einen Vorschlag machen, wie sie den weiteren Umgang in dem Verfahren sieht. Offenbar hat sie sich durchgerungen, noch einmal ein größeres Gutachten zu den Auswirkungen des Schlossanlegers anfertigen zu lassen. Dafür dürfte immerhin eine fünfstellige Summe fällig werden.

Aber die Unsicherheiten sind groß. Zum einen ergibt sich das aus dem Europarecht, aber auch aus Forderungen des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, dem das bisherige Gutachten nicht umfangreich genug war. Außerdem ist im städtischen Umweltamt wohl die Überzeugung gereift, doch nicht während der Brutzeit Pfähle zu rammen.

Offiziell wollen sich derzeit weder die Stadt noch der BUND zum Verfahrensstand äußern. "Wir warten zunächst eine Entscheidung des Verwaltungsgerichtes ab", hieß es.

Unglücklich, dass der Bau des Schlossanlegers verschoben wird, sind die beiden Schifffahrtsunternehmen, die in diesem Sommer Schwerin anlaufen. "Für unsere Gäste wäre es natürlich schöner, wenn wir in Schlossnähe anlegen könnten", sagt Johann Magner. Sein MS "Liberté" kommt ab Juni sechs Mal in die Landeshauptstadt und ist bereits nahezu ausgebucht.

Das MS "Mecklenburg" war bereits häufiger in der Landeshauptstadt. "Wir werden auch in diesem Jahr wieder bei allen Anläufen in Zippendorf anlegen", sagt Sandra Hildebrandt von der Reederei KVS Tours. "Der Bau oder Nicht-Bau des Schlossanlegers ist uns zu unsicher. Deshalb haben wir uns mit unseren Partnern jetzt auf Zippendorf geeinigt." Von dort werden die 22 Passagiere mit dem "Petermännchen"-Bus in die Stadt gefahren. "Wir müssen unsere Verträge langfristig machen und wollen einfach Planungssicherheit für unsere Gäste", so Hildebrandt.

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