Stadt prüft Platz für Bauwagen-Siedlung in Biestow

Ralph Müller, Leiter des Amtes für Stadtplanung: „Im November 2011 hat uns die Bürgerschaft erstmals auf das  Thema aufmerksam gemacht.“
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Ralph Müller, Leiter des Amtes für Stadtplanung: „Im November 2011 hat uns die Bürgerschaft erstmals auf das Thema aufmerksam gemacht.“

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05. Juli 2012, 05:58 Uhr

Rostock | Wohnen auf Rädern und dennoch an einem festen Ort - das soll auch in Rostock bald möglich sein. Die Stadtverwaltung sucht derzeit nach einem geeigneten Platz für eine Bauwagen-Siedlung. Infrage kommt dabei ein Areal in Biestow. "Südlich der Satower Straße gibt es eine städtische Fläche von einem halben Hektar Größe neben den Kleingartenanlagen. Dieser Standort wäre aus unserer Sicht perfekt", sagte Petra Kusserow vom Stadtplanungsamt dem Ortsbeirat Biestow auf der Sitzung am Mittwochabend. Sie betonte aber, dass die Stadt noch nicht festgelegt sei und die Verträglichkeit mit den benachbarten Kleingartenanlagen prüfen wolle.

Erste Gespräche mit möglichen Bauwagen-Bewohnern habe es bereits gegeben. "Bei uns haben sich Interessenten gemeldet, die eine Fläche in Rostock als Verein pachten wollen", so Kusserow. 15 bis 20 Wagen will die Gruppe in einer kleinen Siedlung unterbringen - am liebsten an einem Standort in Wassernähe, der auch noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen ist. Die Fläche in Biestow sei bei ihnen aber durchaus auf Interesse gestoßen, berichtete Kusserow.

Dennoch wolle das Amt die gesamte Hansestadt nochmal nach alternativen Standorten durchforsten. Denn grundsätzlich infrage kommen alle Wohn- und Mischgebiete, während zum Beispiel Parkplätze nicht für dauerhaftes Wohnen genutzt werden dürfen. Die Stadt möchte eher eine Fläche zur Verfügung stellen, für die es noch keine anderen gewinnversprechenden Pläne gibt. Auch die zukünftigen Bauwagen-Bewohner wollen nun noch einmal Standort-Vorschläge machen. Ende August soll es ein weiteres Treffen geben.

"Sobald die Pläne konkret werden, sollte der Ortsbeirat informiert werden", sagte dessen Vorsitzender Franz Laube (CDU). Denn sowohl das Gremium als auch die Bürger Biestows sollten in die Entscheidung einbezogen werden.

Anlass für die Auseinandersetzung mit dem Thema Bauwagen-Siedlung war eine Anfrage in der Bürgerschaft im November 2011. Wie der Leiter des Stadtplanungsamts, Ralph Müller, sagt, hätten sich zuvor weder er noch das Bauamt mit der alternativen Wohnform befasst. "Wir haben uns dann mit der Frage auseinander gesetzt und festgestellt, dass für alle Wohnformen, die länger als zwei Monate an einem Ort bestehen, die gleichen Auflagen gelten wie für ein Wohhaus", erklärte seine Mitarbeiterin Kusserow. Unabhängig vom konkreten Standort innerhalb der Hansestadt müsse es also ein Bebauungsplan aufgelegt werden. Die Stadt will nun prüfen, ob auch konkrete Pläne in den Gremien auf Akzeptanz stoßen.

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