Forstflächen in MV : Staatswald-Verkauf bringt Millionen ein

dpa_1491da0098c31096

Privatisierung ehemals volkseigener Forstflächen in MV fast abgeschlossen

svz.de von
27. Dezember 2016, 05:00 Uhr

Kassenschluss im Forst: 26 Jahre nach der Deutschen Einheit schließt der Bund die Privatisierung der ehemals volkseigenen Wälder in Mecklenburg-Vorpommern zum Jahresende weitgehend ab. Damit geht im Nordosten der bisher größte Eigentumswechsel zu Ende – mehr als 108 000 Hektar Wald hat die bundeseigene Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft (BVVG) privatisiert. In den kommenden Monaten würden nur noch wenige kleine Restflächen von insgesamt 1400 Hektar verkauft – teilweise jeweils weniger als einen Hektar groß, sagte BVVG-Landeschef Johann Jacob Nagel in Schwerin.

Alteigentümer, Forstleute, Landwirte, Jäger, Wieder- und Neueinrichter: „Das Interesse war von Anfang an groß“, erklärte Nagel. Investoren zeigten vor allem an den großen zusammenhängenden Waldflächen in MV ein überdurchschnittliches Interesse. 500 oder 600 Hektar Wald in einem Stück – solche großen Lose seien sonst nicht auf dem Markt zu finden. Für attraktive Waldstücke waren in der Vergangenheit im Schnitt 30 Kaufangebote eingegangen. Selbst auf wenige Hektar große Verkaufsobjekte rangelten sich teilweise noch immer mehr als ein Dutzend Bewerber.

In der ersten Phase seien Investoren mit Betriebskonzepten zum Zuge gekommen, die möglichst viele Arbeitsplätze im Wald und eine ordnungsgemäße Nutzung gesichert hätten – 57 000 Hektar Staatswald wechselten nach diesen Kriterien den Besitzer. Weitere 15 000 Hektar hätten Alteigentümer kaufen können – im Einzelfall je nach der Größe des Altbesitzes und der von der Bundesrepublik in den 50er- und 60er-Jahren gezahlten Lastenausgleichs. 2500 Hektar Forst seien als Bauernwald verkauft worden. Nagel: „Die Privatisierung der Wälder in Mecklenburg-Vorpommern ist eine Erfolgsgeschichte.“ Es sei gelungen, den größten Teil des Waldes auf der Grundlage von Betriebskonzepten zu veräußern.

Gekauft wurde in allen Preislagen: Je nach Baumbestand wurden für einen Hektar Erlenwald 1000 Euro, für einen Hektar mit hochwertigem Baumbestand auch mehr als 10 000 Euro gezahlt. Der größte Waldverkauf in der deutschen Nachkriegsgeschichte bringt dem Bund Millionen in die Kasse: Etwa 110 Millionen Euro bringt der Verkauf des Staatswaldes in MV ein. 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen