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Neues Urteil nach Busbrände : Staatsanwalt: „Taktisches Geständnis“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Haftstrafe für Parchimer Bus-Brandstifter verkürzt sich nach Revisionsprozess um zwei Monate

von
erstellt am 27.Feb.2015 | 20:28 Uhr

Zwei Monate weniger Haft für den Parchimer Bus-Brandsifter: Daniel S. wurde gestern vom Landgericht Schwerin zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und vier Monaten wegen vorsätzlicher Brandstiftung verurteilt. Der erneute Prozess wurde notwendig, weil der Bundesgerichtshof wegen eines Formfehlers (SVZ berichtete) das Urteil aus erster Instanz vom 24. Mai 2013 an das Landgericht Schwerin zurück verwiesen hatte. Damals wurde der jetzt Angeklagte wegen des Brandes der Busse und der Unterstallhalle am 6. Januar 2012 verurteilt, die Unterstellhalle war seinerzeit jedoch nicht Bestandteil der Anklage.

Im gestrigen Prozess wurde der rechtskräftig verurteilte Michael M., Sohn des betroffenen Bus-Unternehmers, nochmals als Zeuge vernommen, da ihn der jetzt Angeklagte Daniel S. als Anstifter benannte. Dabei bestritt der Zeuge vehement irgendwie in den Busbrand am 6. Januar 2012 verwickelt zu sein.

In seinem Plädoyer betonte Staatsanwalt Thomas Bardenhagen, dass eine „angemessene Strafe Gegenstand des jetzt stattfindenden Prozesses ist, das Geschehen selbst ist bereits verurteilt und durch den Bundesgerichtshof bestätigt. Eine echte Reue erkenne ich nicht und das Geständnis ist aus taktischen Gründen erfolgt", so der Staatsanwalt. Bardenhagen erinnerte auch daran, dass die Bevölkerung in der Region in den Jahren 2011 bis 2012 in Angst und Schrecken versetzt worden sei. Er forderte erneut drei Jahre und sechs Monate. Verteidiger Tobias Schiener beantragte zwei Jahre und sechs Monate und wies darauf hin, dass „die Tat nicht zu verteidigen ist, wohl aber der Täter“. Die Tat, so der Anwalt, wird den Angeklagten sein Leben lang begleiten. In Richtung Staatsanwaltschaft: „Auch ein spätes Geständnis ist ein Geständnis." Der Angeklagte habe seinen Freundeskreis gewechselt, habe Arbeit und lebe in einer festen Beziehung. Daniel S. entschuldigte sich in seinem „letzten Wort“ noch einmal bei seiner Familie, seinen Eltern und beim Reisedienst. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

 


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