zur Navigation springen

Staatsanwalt ermittelt nach tödlichem Windradunfall in Vorpommern

vom

Was bringt einen 55 Meter langen Windradflügel zum Absturz? Könnte es eine plötzliche Windböe gewesen sein, die das tonnenschwere Bauteil aus 90 Meter Höhe herabfallen ließ? Die Staatsanwaltschaft ermittelt, ob alle Sicherheitsvorkehrungen eingehalten wurden.

svz.de von
erstellt am 04.Dez.2012 | 11:44 Uhr

Einen Tag nach dem tödlichen Unfall an einer Windkraftanlage bei Sundhagen im Kreis Vorpommern-Rügen hat sich die Staatsanwaltschaft in die Ermittlungen eingeschaltet. "Wir prüfen, ob eine fahrlässige Tötung vorliegt", sagte Ralf Lechte, Sprecher der Behörde in Stralsund am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. So müsse unter anderem geklärt werden, ob alle Sicherheitsvorkehrungen bei der Montage des 55 Meter langen Windradflügels eingehalten wurden. Erste Erkenntnisse erhoffen sich Experten von der Bergung der Aufhängung, an der das zwölf Tonnen schwere Bauteil befestigt war und vom Kran hochgehievt wurde. In 94 Metern Höhe sollte es am Rotor angebaut werden.

Am Montag war der tonnenschwere Propellerflügel bei der Montage aus 90 Metern hinabgestürzt und hatte den 40-jährigen Kranführer in seinem Führerhaus getötet. Die Leiche wurde geborgen, der Unglücksort aber zunächst gesperrt, weil die Halterung noch instabil in der Höhe hing und nicht klar war, ob sie auch abstürzen kann. Das Opfer stammt laut Polizei aus Österreich.

Nach Angaben der Polizei soll nun erst ein zweiter großer Kran aufgebaut werden, mit dem die instabile Aufhängung gesichert und geborgen werden soll. Erst danach könnten Ermittler und Gutachter die Unfallstelle gefahrlos betreten. "Außerdem wird geprüft, ob und wie die Montagearbeiter die Arbeit bei dem Wetter vorbereitet hatten", sagte Lechte. Vier Kollegen des Getöteten waren zum Unglückszeitpunkt auf dem Mast. Als der Windradflügel abstürzte herrschte Wetterdiensten zufolge nur schwacher Wind.

Der Erbauer des "Windfeldes Mannhagen", der dänische Windanlagenbauer Vestas, kündigte eine umfassende Ursachenanalyse und die Hinzuziehung eines externen Gutachters an. Die Prüfung werde "unter höchsten Sicherheitsaspekten" ablaufen, sagte eine Sprecherin des dänischen Windanlagenbauers.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen