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Staat zahlt trotz steigender Mieten weniger Wohngeld

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erstellt am 30.Aug.2013 | 07:31 Uhr

Schwerin | Steigende Mieten, höhere Nebenkosten, aber immer weniger Hilfe vom Staat: Trotz wachsender Wohnkosten erhalten in Mecklenburg-Vorpommern so wenige Mieter wie nie zuvor Wohngeld. Nur noch 3,6 Prozent aller Privathaushalte beziehen Zuschüsse zum Wohnen. 2004 waren es noch 17,1 Prozent - der höchste Rückgang bundesweit, geht aus einer Analyse des Institutes der deutschen Wirtschaft (IW) Köln hervor.

Der Mieterbund warnt: Teilweise müssten die Haushalte bereits fast 50 Prozent ihres Einkommens für die Kosten zum Wohnen ausgeben, kritisierte Christian Rudolph, Landeschef des Mieterbundes MV in Rostock: "Die Nettokaltmiete, Heizkosten - alles wird teurer, nur die Höhe des Wohngeldes stag niert." Die Finanzhilfe vom Staat müsse den steigenden Wohnkosten angepasst und dynamisiert werden, forderte Rudolph Unterstützung von der rot-schwarzen Landesregierung. In das Wohngeld müsse eine umfassende Energiekomponente neu aufgenommen werden, die nicht nur die Heizkosten sondern auch drastisch steigende Strompreise ausgleichen soll, forderte der Mieterbund.

Grund für den deutlichen Rückgang sei der durch die schwarz-gelbe Bundesregierung 2011 gestrichene Heizkostenzuschuss und die seit 2009 nicht mehr angepassten Tabellenwerte. Knapp 31 000 Haushalte in MV wären im vergangenen Jahr ohne Wohngeld nicht über die Runden gekommen. Durchschnittlich erhielten sie 96 Euro im Monat und Haushalt ausgezahlt, teilte das Wirtschaftsministerium mit.

Wohngeld wird je zur Hälfte vom Bund und von den Ländern finanziert und kann von Haushalten in Anspruch genommen werden, die nicht Arbeitslosengeld II beziehen, aber über ein niedriges Einkommen verfügen. Diese Familien und Einzelpersonen erhalten einen monatlichen Zuschuss zu ihrer Miete - bundesweit sind das durchschnittlich 113 Euro.

Die deutlich gestiegenen Kosten zum Wohnen werden in Mecklenburg-Vorpommern vor allem für Senioren und Alleinerziehende, selbst für Beschäftigte mit einem Vollzeitjob zum Problem. Jeder zweite Wohngeldbezieher im Nordosten ist im Rentenalter. Ein Drittel der Empfänger erhält in ihrem Job so niedrige Löhne, dass sie Hilfe vom Staat beantragen müssen, ermittelte das Statistische Amt.

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