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Frust an der Zapfsäule : Spritpreise: Drastische Unterschiede im Norden

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Preise schwanken in Rostock um neun Cent. Schwerin gehört zu den Städten mit den höchsten Dieselpreisen

Frust an der Zapfsäule: Drastische Unterschiede der Benzin- und Dieselpreise innerhalb von Städten und Regionen kosten die Autofahrer in MV Millionen. Gestern Abend neun Cent Unterschied beim Super- und Dieselpreis in Rostock, sieben Cent für Diesel, acht Cent für Super in Güstrow, immerhin noch vier Cent für Diesel in Schwerin – die seit Herbst eingerichtete Markttransparenzstelle beim Bundeskartellamt in Bonn offenbart an den Tankstellen in MV deutlich Preisunterschiede. Erstmals können die Autofahrer im Nordosten per Internet oder auch Gratis-Apps wie z. B. „ADAC Spritpreise“, „TankenApp“, „Mehr tanken“ und „Clever tanken“Apps in Echtzeit die Preise checken. Bundesweit müssen mehr als 14 000 Tankstellen ihre aktuellen Spritpreise melden.

Unterschiede auch an den Zapfsäulen selbst: In Hagenow, Lübz, Güstrow, oder Boizenburg – Preissprünge von 8, 10 oder gar 14 Cent von einem Tag auf den anderen waren vor Jahren noch undenkbar, heute seien sie nahezu der Normalfall, sagen Experten. Mit den im Vergleich zur Vergangenheit deutlich gestiegenen Preisunterschieden machen die Öl-Multis Millionen.

Auch in Schwerin: Die Landeshauptstadt gehörte beispielsweise Mitte Januar in einem ADAC-Preisvergleich von 20 deutschen Städten zum oberen Drittel der Kommunen mit den höchsten Dieselkosten. Bei den Super-Preisen landete Schwerin im Mittelfeld.

Den Autofahrern reicht es: Inzwischen hat jeder vierte (24 Prozent) schon einmal Benzinpreis-Apps oder das Internet genutzt, um die günstigste Zapfstation in der Stadt und Umgebung zu finden, hat eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD) ergeben. Vor allem bei Männern und Jüngeren sind die Apps beliebt: Knapp jeder dritte Mann (30 Prozent) hat bereits auf diese Weise die Spritpreise verglichen – von den Frauen erst jede sechste (18 Prozent). Die App werde gut angenommen, meinte ADAC-Sprecherin Katharina Lucà. Autofahrer sollten vor allem am Abend tanken. Denn Untersuchungen des ADAC hätten ergeben, dass die Spritpreise von morgens bis zum frühen Abend um fast neun Cent sinken. Lucà: „Gegen 6 Uhr ist Tanken besonders teuer, von 19 Uhr an wird es günstiger.“ „Bei den hohen Schwankungen lohnt sich ein Vergleich“, meint auch Rainer Wick vom Energieinformationsdienst in Hamburg. Allerdings: „Durch die hohe Transparenz versprach man sich, dass die Schwankungen verschwinden. Das ist nicht eingetreten. Die Preise gehen weiter rauf und runter.“

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erstellt am 30.Jan.2014 | 21:16 Uhr

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