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Mecklenburg-Vorpommern : Sportförderung hinkt hinterher

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Sorge um Zukunft der Vereine: Die Linkspartei hat mehr Unterstützung für den Sport in MV eingefordert. Chancen wurden zu wenig genutzt oder sogar verpasst. Wirtschaftsminister Harry Glawe hielt dagegen:

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erstellt am 24.Okt.2012 | 07:14 Uhr

Schwerin | Die Linkspartei hat mehr Unterstützung für den Sport in Mecklenburg-Vorpommern eingefordert. Das Land habe seine Chancen zu wenig genutzt oder sogar verpasst, sagte die Links-Abgeordnete Simone Oldenburg gestern in der Aktuellen Stunde des Landtags. Zu wenige Sportarten würden in Olympiastützpunkten unterstützt, "was einer wirklich breiten Talentförderung widerspricht". Auch die Kommunen würden beim Sport vom Land häufig im Stich gelassen, behauptete Oldenburg. Viele Dörfer und Städte hätten nicht genug eigenes Geld, um Sporthallen und Sportplätze zu unterhalten oder auszubauen.

Für die Landesregierung hielt Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) als Vertreter von Sportminister Lorenz Caffier (CDU) dagegen. Bis zum Alter von 13 oder 14 Jahren würden die sportlichen Kinder breit gefördert. "Danach kommt nun einmal die Spezialisierung. Ich weiß nicht, was die Linke daran zu kritisieren hat." Das Land unterstütze die Sportvereine über den Landessportbund (LSB) mit jährlich 8,7 Millionen Euro. Hinzu kämen zahlreiche Zuschüsse für den Sportstättenbau. Glawes Parteifreund Wolfgang Waldmüller räumte allerdings ein, dass auf diesem Feld "noch große Herausforderungen" zu bewältigen seien.

Der Landtagsabgeordnete Rudolf Borchert brach eine Lanze für den Leistungssport. "Der Breitensport lebt immer von der Orientierung am Leistungssport." Es sei "ein Märchen", dass Breitensport auch allein funktionieren würde. Borchert bedauerte deshalb, dass in der Sportkompanie der Landespolizei derzeit nicht alle verfügbaren Plätze besetzt sind. In der Kompanie werden neun Spitzensportler beschäftigt, fünfzehn wären möglich.

Wie Borchert machte sich auch Silke Gajek (Bündnis90/Die Grünen) Sorgen über die Zukunft der knapp 1900 Sportvereine mit ihren etwa derzeit noch 230 000 Mitgliedern. Es werde immer schwieriger, ehrenamtliche Vorstandsmitglieder zu gewinnen, ehrenamtliche Übungsleiter hätten wegen ihres Hauptberufs immer weniger Zeit, Mannschaftssport werde mangels interessierter Kinder auf den Dörfern immer schwieriger zu organisieren und Bürokratie und Versicherungsanforderungen stellten ständig höhere Anforderungen. Gajek bezweifelte zudem, dass im Präsidium des Landessportbunds drei Landtagsabgeordnete sitzen müssen. Diese Art von Lobbyismus sei nicht mehr zeitgemäß, so Gajek.

Der Landtag brachte unterdessen ein Gesetz auf den Weg, mit dem im Ausland erworbene Berufsqualifikationen leichter anerkannt werden können. Künftig werde es auf den Inhalt der Berufsausbildung und nicht mehr auf die Staatsangehörigkeit der Bewerber ankommen. Die Landesregierung hofft, so unter Migranten aus Staaten von außerhalb der Europäischen Union Fachkräfte für den Arbeitsmarkt zu finden. Aber auch Deutsche, die im Ausland ausgebildet worden sind, sollen es einfacher haben, ihre Zeugnisse und Diplome in Mecklenburg-Vorpommern anerkannt zu bekommen. Bundesweit könnten bis zu 300 000 Frauen und Männer einen entsprechenden Antrag stellen, darunter 16 000 mit Hochschulabschluss. "Endlich ist es soweit", so der CDU-Abgeordnete Torsten Renz, "denn es werden Lebensleistungen von Menschen anerkannt". Für Lehrer, Erzieher, Pfleger oder Architekten gelten allerdings weiterhin unterschiedliche Anforderungen, was von der Linkspartei und von den Bündnisgrünen kritisiert wurde. Zudem seien die bürokratischen Hürden weiterhin höher als nötig.

Keine Begeisterung fand unterdessen der Vorschlag der Bündnisgrünen, in den Gemeinden die Hürden für Bürgerbegehren und Bürgerentscheide zu senken. In den vergangenen Jahren seien 19 von 29 Bürgerbegehren, nachdem bereits die notwendigen Unterschriften gesammelt waren, gescheitert, weil sie bestimmte formale Kriterien nicht erfüllten. Darum wollten die Grünen die Verwaltung als Berater und Prüfer für Bürgerbegehren einspannen, bevor die Initiatoren Unterschriften sammeln. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) ließ allerdings mitteilen, die Kommunalverfassung dürfe nicht durch ständige kleine Änderungen zur ewigen Baustelle werden.

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