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Infektion durch Streptokokken-Bakterien : Splitter hätte fast das Leben gekostet

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Dimitry Pfeifer aus Parchim dachte sich nichts Böses, als er den Splitter im Zeigefinger bemerkte. Kurz zuvor hatte er eine alte Kiste zerlegt, dabei musste er ihn sich eingerissen haben.

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erstellt am 28.Nov.2011 | 07:13 Uhr

Parchim/Schwerin | Dimitry Pfeifer aus Parchim dachte sich nichts Böses, als er den Splitter im rechten Zeigefinger bemerkte. Kurz zuvor hatte der Holzmechaniker eine alte Kiste zerlegt, dabei musste er ihn sich eingerissen haben. Mit einer Pinzette entfernte er den Splitter, gab etwas Jod auf die Wunde, klebte ein Pflaster drauf und setzte seine Arbeit fort.

In der Nacht weckten ihn starke Schmerzen im rechten Zeigefinger. Der Finger war bereits dick geschwollen und weiß, Dimitry Pfeifer konnte ihn nicht mehr strecken. Der junge Mann wartete bis zum Morgen und ging dann ins örtliche Krankenhaus. Zu diesem Zeitpunkt hatten nicht nur Schwellung und Schmerzen stark zugenommen, sondern auch Schüttelfrost eingesetzt. In Parchim reagiert man sofort, ein Rettungswagen fährt Dimitry Pfeifer in die Notaufnahme der Helios Kliniken Schwerin. Hier bestätigt sich die lebensbedrohliche Diagnose: nekrotisierende Fasziitis.Über den Holzsplitter hatte sich der Russland-Deutsche mit gefährlichen Streptokokken-Bakterien infiziert. Die Erreger zerstören Muskelhüllen, Haut und Unterhaut, bilden dabei Toxine und breiten sich rasend schnell in seinem Körper aus. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt: Damit die Infektion sich nicht weiter ausbreitet, entfernt Handchirurgin Dr. Antje Geißler sofort operativ das befallene Gewebe der rechten Hand. "Zunächst war nicht klar, ob wir die Hand beziehungsweise den Finger retten können", beschreibt Dr. Antje Geißler die Dramatik der ersten Tage.

In den folgenden Tagen wird Dimitry Pfeifer intensivmedizinisch überwacht und erhält Antibiotika, um die gefährlichen Bakterien in seinem Blutkreislauf zu bekämpfen und ein tödliches Multiorganversagen zu verhindern. Täglich öffnet Dr. Geißler die Finger und sogar die Hand bis hoch zum Unterarm, um infiziertes Gewebe zu suchen und zu entfernen. Nach drei Tagen ein erstes Aufatmen: Der Allgemeinzustand des 22-Jährigen besserte sich. Dennoch dauerte es noch vier Wochen und insgesamt zehn Operationen, bis Dimitry Pfeifers wieder nach Hause entlassen werden konnte. Dank der schnellen und intensiven Therapie wird ihn künftig höchstens eine kleine Bewegungseinschränkung des rechten Zeigefingers an die dramatischsten Stunden seines Lebens erinnern.

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