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Wissenschaft in MV : Spitzenforschung Fehlanzeige? Von wegen!

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Was nur wenige wissen: Spitzenforschung aus MV hat weltweit einen guten Ruf.

svz.de von
erstellt am 25.Okt.2014 | 08:00 Uhr

Blaues Meer, weißer Strand, grüne Wälder – dafür ist Mecklenburg-Vorpommern bekannt. Doch jenseits reizvoller Gegenden entwickelt sich schon seit Jahren eine ganz andere Landschaft: Wissenschaft und Forschung in MV stehen weit oben in Europa und der Welt.

Forscher und Entwickler aus Rostock oder Greifswald, Kühlungsborn oder Dummerstorf gehen unter anderem der Frage nach, ob mit Hilfe von Ameisensäure Strom gespeichert werden kann, wie ein kleiner Kasten die Technik eines ganzen Hauses steuert oder ob es ein nachwachsendes Herz geben kann. Diese und andere Beispiele für Spitzenforschung aus MV stellt diese Serie vor.

Wann aber gehört Forschung zur Spitze? Wissenschaftsminister Matthias Brodkorb meint, dass dies an der Akzeptanz der nationalen und internationalen Wissenschaftsgemeinschaft ablesbar ist. Ein Gradmesser seien die finanziellen Mittel, die die Deutsche Forschungsgemeinschaft hiesigen Projekten zur Verfügung stellt. Die Summe hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt – auf 23,4 Millionen Euro.

„Wir als Land können einen Beitrag dazu leisten, dass die Strukturen für Wissenschaft sich auf leistungsfähige Einrichtungen konzentrieren“, so Brodkorb. Dabei geht es aus Sicht des Ministers keineswegs nur um technische oder naturwissenschaftliche Themen. So sei auch die geplante Werkausgabe des Schriftstellers Uwe Johnson an der Universität Rostock ein Beleg für Spitzenforschung. Ein Projekt also, das langfristige Grundlagenforschung im geisteswissenschaftlichen Bereich ermöglicht. „Denn es kann nicht nur um wirtschaftliche Verwertbarkeit, Ansiedlung von Unternehmen und Schaffung von Arbeitsplätzen gehen“, meint Brodkorb. „Für Wissenschaft ist auch die pure Suche nach der Wahrheit wichtig.“

Aber auch Geld verdienen gehört dazu. Oft gehört es zu den erklärten Zielen von Forschungsprojekten, die Ergebnisse als neue Produkte auf dem Markt zu etablieren. Unterstützung kommt aus dem Wirtschaftsministerium – das Stichwort heißt Verbundforschung, also gemeinsame Vorhaben von Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen.

„Wir haben erfolgreiche - zum Teil noch unbekannte - Unternehmen im Land, die wir verstärkt mit den Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zusammenbringen wollen“, so Minister Harry Glawe. „Im Ergebnis müssen wir zu Produkten kommen, die auch in unserem Land produziert werden.“

Es gibt bereits erfolgreiche Beispiele: Die Cortronik GmbH in Rostock entwickelt und produziert im Verbund mit dem Institut für Implantat-Technologie und Biomaterialien e.V. und der Universität Rostock neuartige Stents. Die Rehnaer PMC GmbH arbeitet mit der Fachhochschule Stralsund an innovativen Lösungen von faserverstärkten Kunststoffen im Schienenverkehr.

Bei Kooperationen müssen die Unternehmen bereit und auch in der Lage sein, einen nicht geringen Teil der Finanzierung zu übernehmen – eine Schwierigkeit, wie Prof. Marek Zygmunt weiß. Der Greifswalder Mediziner leitet eine der Strategiegruppen des Kuratoriums Gesundheitswirtschaft in MV und hat dabei mit diesen Themen zu tun. „Die Vorhaben sind oft mit einem gewissen Risiko verbunden. Und manchmal müssen Projekte im Laufe der Zeit anwendungsorientierter modifiziert werden. Das geht nur im Dialog mit der Wirtschaft und der Landespolitik“, erläutert Zygmunt. Bis 2020 werden 168 Millionen Euro aus EU-Mitteln für wirtschaftsnahe Forschung und Entwicklung eingesetzt.

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