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Feurwehren werben um Nachwuchs : Spiele und Brandschutz

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Verstärkt wirbt die Freiwillige Feuerwehr Brandenburgs um Nachwuchs, um den Personalmangel auszugleichen

von
erstellt am 11.Jul.2016 | 05:00 Uhr

Mit kräftig pendelndem Arm holt Helena Noack Schwung, dann wirft sie den Feuerwehrstiefel nach vorn. „Acht Meter“, ruft Betreuerin Ursula Rehbein ihr zu und zeigt sich mit dem Wurf zufrieden. „Wir machen das als Übung, um zu lernen, wie man später einen aufgerollten Schlauch zur Brandbekämpfung ausrollt“, erklärt Feuerwehrmann Stefan Kricke. Der 36-Jährige ist seit dem Jahr 1987 bei der Freiwilligen Feuerwehr in Wünsdorf (Teltow-Fläming) aktiv und dort zuständig für die Brandschutzerziehung.

Die achtjährige Helena gehört zu einer Gruppe von Jungen und Mädchen im Alter von sechs bis zehn Jahren, die sich einmal bei der Freiwilligen Feuerwehr engagieren sollen. Auf dem Programm stehen Spiele, Sport, Wettbewerbe, Jugendlager, Ausflüge und leichte Übungen zum Brandschutz. „Die Kinder sollen spielerisch an Brandschutz und Rettungseinsätze herangeführt und nicht überfordert werden“, sagt Kricke, der auch Chef der elf Feuerwehren in Zossen ist.

Auf diesen Nachwuchs setzen die Feuerwehren Brandenburgs große Hoffnungen. Seit Jahren gibt es immer weniger ehrenamtliche Einsatzkräfte, die das Rückgrat des Brand- und Katastrophenschutzes bilden. Die Zahl der Aktiven ging von etwa 50 100 im Jahr 2002 auf 39300 im vergangenen Jahr zurück. An die 200 Ortsfeuerwehren mussten seither aufgeben, andere sind tagsüber nicht einsatzfähig, wenn die Helfer ihrem Beruf nachgehen.

Zwar nahmen bei den Jugendfeuerwehren die Mitgliederzahlen zwischen 2002 und 2008 ab. Doch seither melden sich wieder mehr Mädchen und Jungen. Allerdings konnte der Höchststand von 2002 mit 15 600 Kindern noch nicht wieder erreicht werden. Ende 2015 hatten die Jugendgruppen 12 800 Mitglieder.

Die Trendwende gelang vor allem durch verstärkte Bildungsarbeit und die Gründung von Kindergruppen. „Früher hatten wir Jugendliche erst ab zehn oder zwölf Jahren aufgenommen, da hatten sich viele schon für Fußball-, Handball- oder Anglervereine entschieden“, erinnert sich Bernd Wendlandt, Brandmeister und Jugendwart in der Gemeinde Nuthe-Urstromtal (Teltow-Fläming). Dann habe man die Altersgrenze auf sechs Jahre gesenkt. In den Grundschulen sei über die Arbeit der Feuerwehr aufgeklärt worden, es gab mehr finanzielle Hilfe von den Kommunen, einige Landkreise stellten Halbtagskräfte für die Brandschutzerziehung ein. Brandenburgs Jugendfeuerwehrwart André Ragohs ist sich sicher, dass diese Entwicklung anhält. „Jede kleine Ortsfeuerwehr hat einen ehrenamtlichen Mitarbeiter für Brandschutzerziehung. Während bei den Erwachsenen pro Jahr rund 1000 Aktive ihren Dienst aufgeben, nimmt der Jugendbereich in jedem Jahr neue Mitglieder auf“, so Ragohs.

Der Präsident des Landesfeuerwehrverbands, Werner-Siegwart Schippel, hofft auch auf mehr Hilfe von der Politik, die das Ehrenamt des Feuerwehrmanns attraktiver machen müsse.

Für die achtjährige Helena steht fest: In zehn Jahren will sie als „richtige Feuerwehrfrau“ in einer Einsatzgruppe mitarbeiten.

Manfred Rey

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