Spezialist geht auf Spurensuche

Die Wohnung brannte komplett ab, der Schaden wird auf 100000 Euro geschätzt.
Die Wohnung brannte komplett ab, der Schaden wird auf 100000 Euro geschätzt.

In der Wohnung eines Verurteilten bricht ein Feuer aus - er kommt dabei ums Leben

von
27. September 2020, 18:22 Uhr

Der Fall einer Frau, die unter merkwürdigen Umständen starb, hatte die Justiz in Neubrandenburg über Jahre beschäftigt. Knapp drei Monate nach dem jüngsten Urteil brach in der Wohnung des Verurteilten Feuer aus, er stirbt. Ersten Angaben zufolge kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Mann das Feuer in dem Wohnhaus in der Neustrelitzer Innenstadt selbst gelegt hat.

Das Feuer war am Freitagnachmittag infolge einer Verpuffung ausgebrochen. Der Bewohner war von Polizeibeamten zunächst aus dem Haus gezogen worden, erlag aber er einige Stunden später in einer Berliner Spezialklinik seinen schweren Verletzungen, wie ein Polizeisprecher am Wochenende unserer Redaktion bestätigte.

Mit dem Tod des Mannes endet ein jahrelanger Rechtsstreit um den Tod einer jungen Frau in der Gemeinde Alt Rehse bei Neubrandenburg. Nach Angaben der Polizei handelte es sich tatsächlich bei dem jetzt verstorbenen Mieter um jenen Mann, in dessen Haus die Frau 2016 tot gefunden worden war. Die damals 32-jährige Frau hatte zuvor an der TV-Show „Schwer verliebt“ teilgenommen, war dann aus Rheinland-Pfalz zu dem heute 55-Jährigen nach Alt Rehse gezogen.

„Damals befand sich der Mann bereits in einer Lebenskrise“, hatte der Neubrandenburger Richter Henning Kolf in der späteren Urteilsbegründung erklärt. Die frühere Ehefrau, mit der der Mann ein Gasthaus betrieben hatte, war gegangen. Es gab berufliche Probleme und Streit mit der Dorfgemeinschaft. Auch gegenüber der „Neuen“ sei der Mann „misstrauisch“ geworden, hieß es. Er habe sie an ein Bett gefesselt und ausgepeitscht bei einem „Verhör“, weil sie angeblich Gegenstände versteckt habe und „vom BND und von der Dorfbevölkerung auf ihn angesetzt war“.

In der Folge dieser Misshandlung starb die Frau, vermutlich weil sie nichts zu Essen und Trinken bekam, wie ein Rechtsmediziner sagte. Die Leiche fanden Polizisten erst Wochen später zufällig, weil sie wegen einer Ruhestörung alarmiert worden waren.

Der Mann stand deshalb bis Juni 2020 in mehreren Prozessen vor dem Landgericht Neubrandenburg. Zuletzt war er im Juni in einem Revisionsprozess nur noch wegen Körperverletzung und versuchter Nötigung zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Das Urteil war aber noch nicht rechtskräftig. Zu einer Überprüfung wird es trotz der eingelegten Rechtsmittel nun nicht mehr kommen. Die Polizei aber will aber die Ursache für die Verpuffung und den Brand in Neustrelitz aufklären. Heute soll ein Brandgutachter die verwüstete Wohnung und das beschädigte Haus untersuchen. Beim Ausbruch soll der Mann allein gewesen sein.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen