zur Navigation springen

Tagesarbeit : SPD weist längere Arbeitszeiten zurück

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Regierungsparteien SPD und CDU sind sich in der neu aufgeflammten Debatte um die Arbeitszeitgestaltung uneins.

Die SPD-Landtagsfraktion wies heute Arbeitgeber-Forderungen nach einer Lockerung des Arbeitszeitgesetzes scharf zurück. Angesichts des weiterhin niedrigen Lohnniveaus seien Bestrebungen, die Maximalarbeitszeit von zehn auf zwölf Stunden pro Tag zu erhöhen, „eine Frechheit“, sagte der Wirtschaftsexperte der SPD-Landtagsfraktion, Jochen Schulte. Er reagierte damit auf Vorstöße von Metallindustrie sowie Hotel- und Gaststättengewerbe, eine flexiblere Arbeitszeitgestaltung durchzusetzen.

Der CDU-Abgeordnete Wolfgang Waldmüller zeigte hingegen Verständnis für die Wünsche der Arbeitgeber und warb für eine „ergebnisoffene Überprüfung des Arbeitszeitgesetzes auf Bundesebene“. Die Aufregung der SPD-Fraktion sei nicht nachzuvollziehen, zumal das SPD-regierte Bundesarbeitsministerium schon ein ganzes Stück weiter sei und eine wissenschaftlich begleitete Experimentierphase zur Öffnung des Arbeitszeitgesetzes angekündigt habe. „Es ist nur logisch, dass sich an die Sammlung von Erfahrungswerten eine Novelle des Arbeitszeitgesetzes anschließen muss“, sagte Waldmüller. Der Arbeitgeberverband Nordmetall hatte gefordert, starre gesetzliche Arbeitszeitregelungen aufzuheben. Die Vorgaben für die Ruhezeiten und die tägliche Höchstarbeitszeit passten nicht mehr in das Handy- und Laptop-Zeitalter, sagte Nordmetall-Präsident Thomas Lambusch, der auch dem Unternehmerdachverband des Landes VUMV vorsteht. Dem trat der SPD-Politiker Schulte entschieden entgegen: „Wenn man sich vor Augen führt, dass nur jeder zweite Arbeitnehmer bei uns im Land nach Tarif bezahlt wird, ist die Forderung des Arbeitgeberverbandes Nordmetall nach längeren Arbeitszeiten eine Frechheit. Mit dem Angebot “Wir zahlen zwar schlecht, aber zum Ausgleich dürft ihr bei uns länger dafür arbeiten„ wird man den Fachkräftebedarf im Nordosten ganz sicher nicht decken können“, mahnte Schulte.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen