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Straßenerhalt MV : „Sparen statt investieren bringt Land nicht weiter“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bauverband MV kritisiert geringe Investitionen des Landes in Straßenerhalt. Schmale Ausbeute bei Verkehrswegeplan beklagt

Unter dem Motto „Die Bauwirtschaft in MV – hat sie eine Zukunft?“ haben sich gestern Vertreter der Baubranche des Landes in Rostock getroffen. Zentrales Thema: Die geringen Investitionen der Landesregierung in den Erhalt der Straßen.

Nach Ansicht des Bauverbands Mecklenburg-Vorpommern tut die Landesregierung zu wenig, um den bestehenden Investitionsstau beim Straßenbau abzubauen. Die Koalition setze sich in Berlin zu wenig dafür ein, zusätzliche Gelder zu akquirieren, kritisierte Hauptgeschäftsführer Jörg Schnell vor dem Bautag.

Ein Indiz für die zu geringe Aktivität Schwerins sei die schmale Ausbeute beim jüngst vorgelegten Bundesverkehrswegeplan, bei dem der Nordosten vergleichsweise wenig Geld erhält, sagte Schnell. Bis 2030 fließen von den insgesamt 67,3 Milliarden Euro 414 Millionen Euro in den Nordosten. Der Anteil von 0,6 Prozent ist der zweitniedrigste nach dem Saarland (0,2 Prozent).

Nur mit öffentlichen Investitionen sei es aber möglich, junge Fachkräfte und attraktive Arbeitsplätze im Land zu halten, sagte Schnell. Die Alternative sei: „Wir ziehen jetzt alle zusammen und lösen die Dörfer auf, in denen zu wenig Leute wohnen.“ Dann müssten auch die Straßen nicht erhalten werden. „Touristen bringen nicht alles“, sagte Schnell mit Blick auf die hohen öffentlichen Investitionen in diesem Bereich.

Der Vorsitzende und wirtschaftspolitische Sprecher der Linksfraktion, Helmut Holter, erklärte gestern: „Die Landesregierung verfolgt eine falsche Strategie. Sparen statt investieren bringt unser Land nicht weiter. Schuldenabbau ist wichtig, aber den Sparstrumpf noch praller zu füllen, bremst eine positive Entwicklung des Landes.“

Zumal gerade für die Aufrechterhaltung der Infrastruktur im ländlichen Bereich einiges getan werden muss. „Es passt nicht zusammen, wenn einerseits die Arbeit buchstäblich auf der Straße liegt, der Investitionsstau immer größer wird und andererseits das Bauhauptgewerbe wirtschaftliche Einbußen beklagt und nicht anpacken kann“, so Holter.

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