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Mecklenburg-Vorpommern

23. August 2017 | 04:22 Uhr

Stralsund : Spanner gefasst?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zweifacher Kamerafund auf Fahrgastschiff von Stralsund nach Hiddensee.

Der mutmaßliche Kamera-Spanner von Stralsund ist gefasst. Auf einem Fahrgastschiff bei der Überfahrt von Stralsund nach Hiddensee konnte ein 39-jähriger verdächtiger Mann am Sonntag gestellt werden. Ob er auch für fünf weitere Fälle verantwortlich ist, bei denen in der Hansestadt Stralsund Mini-Kameras in Damentoiletten installiert wurden, steht bisher nicht fest.

Eine Passagierin und ein Mitglied des Bordpersonals hatten in Damen-Toiletten je eine Mini-Kamera, die in einer Verpackung für WC-Dufterfrischer versteckt war, entdeckt. Sie verständigten den Kapitän, der alle Räume durchsuchen ließ. „Während der Überfahrt alarmierte der Kapitän die Polizei“, sagt Polizeisprecherin Cathleen Kohr. Bei der Ankunft in Neuendorf auf der Insel Hiddensee war die Polizei bereits vor Ort und nahm die Personalien aller Passagiere auf. „Ein vom Kapitän als auffällig bemerkter Mann konnte sich nicht ausweisen“, sagt Kohr. Daraufhin wurde er vorläufig festgenommen und von der Polizei in Stralsund befragt. Dort gestand er, die Mini-Kameras an Bord an der Innenseite der Kabinentür in Hüfthöhe angebracht zu haben. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung wurden außerdem Datenträger sichergestellt. „Sie werden derzeit ausgewertet“, sagt die Polizeisprecherin. Ein Motiv hat der mutmaßliche Spanner nicht genannt.

Zu den zurückliegenden fünf Fällen wollte sich der 39-jährige Stralsunder nicht äußern. Betroffen waren unter anderem öffentliche Toiletten, ein Einkaufspark und zuletzt im Mai ein Bistro, in dem gleich zwei Mini-Kameras gefunden worden waren. Fakt ist: Die seit November 2013 in Damentoiletten gefundenen Kameras waren alle baugleicher Art und wurden auf die gleiche Weise getarnt. Insgesamt konnte die Polizei bisher elf Kameras als Beweismittel sichern.

Trotzdem befindet sich der mutmaßliche Spanner vorerst wieder auf freiem Fuß. Laut Stralsunder Staatsanwaltschaft bestehe kein Haftgrund. Nach bisherigen Erkenntnissen sei der Mann „nicht einschlägig vorbestraft“, sagt Martin Cloppenburg, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Nach Prüfung der Beweismittel soll der Mann erneut vernommen werden. Im schlimmsten Fall droht ihm dann eine einjährige Haftstrafe.

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erstellt am 16.Jun.2014 | 21:10 Uhr

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