Hotelinvestor auf Lanzarote festgenommen : Spanier verhaften Løkkevik

Erneut in Haft: Per Harald Løkkevik wird verdächtigt, aus einer Firma zwei gemacht zu haben,  um   mehr Fördermittel zu erhalten.dpa
1 von 2
Erneut in Haft: Per Harald Løkkevik wird verdächtigt, aus einer Firma zwei gemacht zu haben, um mehr Fördermittel zu erhalten.dpa

Festnahme im Ferienparadies: Die spanische Polizei hat am Donnerstagabend den Rostocker Hotelinvestor Per Harald Løkkevik auf Lanzarote verhaftet. Nun sitzt er in Auslieferungshaft.

von
27. Mai 2011, 09:46 Uhr

Warnemünde | Festnahme im Ferienparadies: Die spanische Polizei hat am Donnerstagabend den Rostocker Hotelinvestor Per Harald Løkkevik auf Lanzarote verhaftet. Ihm wird Subventionsbetrug vorgeworfen. Das bestätigte gestern der Sprecher der Yachthafenresidenz Hohe Düne, Stephan Clausen. Løkkevik wurde zunächst nach Madrid gebracht, von wo aus er nun zügig nach Rostock überstellt werden soll. Lökkevik saß bereits einmal in Untersuchungshaft. Die erneute Festnahme erfolgte nach einem deutschen Amtshilfeersuchen.

Løkkevik wird vorgeworfen, in den Jahren von 2002 bis 2006 für den Bau der Yachthafenresidenz Hohe Düne unrechtmäßig Fördermittel in Millionenhöhe kassiert zu haben, indem er das etwa 120-Millionen-Euro-Projekt splittete. Er habe einen Betrieb in zwei Gesellschaften - den Hotelbereich und den Yachthafen - geteilt, um so eine größere Summe Fördermittel zu erhalten. Damit habe sich der Fördersatz angeblich von 35 auf 50 Prozent erhöht. Zugestanden habe ihm nur eine 20-Millionen-Euro-Förderung.

Im Februar 2011 erließ die Staatsanwaltschaft Rostock Haftbefehl. Der zuständige Richter sah angesichts der infrage stehenden Summe eine hohe Fluchtgefahr als gegeben. An der Entscheidung hatte damals auch die angebotene Kaution in Höhe von 250 000 Euro nichts ändern können. Zumal Løkkevik kein deutscher Staatsbürger sei und zahlreiche Möglichkeiten habe, sich auch anderswo einzurichten, hieß es damals in der Begründung.

Løkkeviks Anwalt hat sich daraufhin an das Landgericht gewendet, das seinerseits keine Fluchtgefahr erkennen konnte. Schließlich habe der Verdächtige in Rostock eine Wohnung, in der er mit seiner Familie lebe, sowie ein Feriendomizil in Spanien, mit dem es Auslieferungsverträge gebe. In der Folge wurde der Investor, gegen den weiter ermittelt wird, im März freigelassen. Doch die Rostocker Staatsanwaltschaft sieht die Sache anders, glaubt angesichts der Schwere der Vorwürfe an eine Fluchtgefahr. Sie legte Einspruch beim Oberlandesgericht ein, das ebenfalls einen dringenden Tatverdacht und Fluchtgefahr erkannte. Es kassierte das Urteil des Landgerichts bereits am Dienstag dieser Woche und setzte den Haftbefehl wieder in Kraft. Daraufhin klingelte am Donnerstagabend die spanische Polizei an der Tür des Verdächtigen.

Auch Staatsanwältin Maureen Wiechmann bestätigt die Festnahme des Investors. Zurzeit läuft das Ermittlungsverfahren gegen Løkkevik. Sollte sich der Verdacht erhärten, wird die Staatsanwaltschaft Anklage erheben. Wie lange es dauert, bis eine umfassende Anklageschrift vorliegt und Løkkevik sich verteidigen lassen kann, ist offen.

Zur Erinnerung: Die Yacht hafenresidenz und der inzwischen mit fünf Sternen klassifizierte Sportboothafen waren das zentrale Objekt bei der Bewerbung der Hansestadt Rostock um die Ausrichtung der Olympischen Segel-Wettbewerbe 2012. Prominenz aus Politik und Wirtschaft hat dem Investor vor und zur Eröffnung im Jahre 2005 die Hand geschüttelt und das Baugeschehen mit großem Wohlwollen begleitet.

Das Hotel, das teils vier, teils fünf Sterne trägt und über 368 Zimmer und einen erstklassigen Spa-Bereich verfügt, bietet rund 300 Mitarbeitern in den verschiedensten Bereichen Arbeit.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen