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Auszubildende : Spanier lernen gern in Mecklenburg-Vorpommern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

„Mobi-Pro“ vermittelt Jugendlichen aus Europa Ausbildungen in Deutschland / Fast 500 junge Menschen sind im Land

svz.de von
erstellt am 11.Apr.2014 | 19:52 Uhr

In einem fremden Land leben und arbeiten? Für viele junge Leute ist dies nur eine vorübergehende Lösung, aber vor allem südeuropäische Jugendliche entscheiden sich bewusst für diesen Schritt, denn in ihren Heimatländern gibt es nicht genügend Arbeitsplätze. So geht es auch dem 24-jährigen Antonio Amador von Mallorca. Seit anderthalb Jahren hat er einen Ausbildungsplatz bei dem Sicherheitsdienstleister „Securitas“ in Schwerin und lebt auch in der Landeshauptstadt. „Am Anfang war es sehr schwer für mich, alles im Unterricht zu verstehen und mit meinen Kollegen zu sprechen, aber ich habe immer nachgefragt und das war gut“, sagt Antonio Amador. Jedoch fühlten sich dadurch die deutschen Mitschüler benachteiligt, weshalb die Klasse geteilt wurde. Momentan befinden sich noch sieben Spanier in der Ausbildung. Anfangs waren es zwölf.

„Wir mussten leider drei Auszubildende nach dem ersten Lehrjahr entlassen und zwei haben sich entschieden, nach Hause zurückzukehren“, erklärt Detlef Strohkirch, Leiter des Ausbildungszentrums von „Securitas“ in Schwerin. Im Jahr 2012 hat die Sicherheitsfirma zum ersten Mal spanische Auszubildende eingestellt. „Wir hatten nicht genügend Bewerber für unsere Ausbildungsplätze und sind mit der Bitte um Unterstützung an die Schweriner Bildungswerkstatt herangetreten“, erzählt der Ausbildungsleiter. So habe er von der Situation in Spanien erfahren.

Ähnlich erging es der Awo-Soziale Dienste in Schwerin. „Ich habe 20 Jugendliche zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, aber nur sechs sind gekommen“, sagt Geschäftsführer Axel Mielke. Durch das im Jahr 2013 gestartete Förderprogramm für Jugendliche „Mobi-Pro EU“ konnte er die restlichen freien Stellen besetzen. Unterstützt werden die Betriebe von der Schweriner Bildungswerkstatt (SBW) mit Sprachkursen und Beratungen. Durch das Programm sind fast 500 junge Menschen aus südeuropäischen Ländern nach Mecklenburg-Vorpommern gekommen. „Das duale Ausbildungssystem in Deutschland ist sehr beliebt, weil es Theorie und Praxis gut ergänzt“, erklärt Veronika Wegrad-Paul von der SBW. So soll der steigenden Jugendarbeitslosigkeit in Europa entgegengewirkt werden. „Trotz der guten Perspektiven ist dieser Schritt ein sehr schwerer für die jungen Menschen“, so Wegrad-Paul.

Antonio Amador besucht zweimal im Jahr seine Freundin und Familie auf Mallorca, und auch sie kommen regelmäßig nach Schwerin. „Manchmal überkommt mich das Heimweh, aber ich möchte arbeiten. Aber in meinem Land kann ich das nicht, also muss ich woanders hingehen“, sagt der 24-Jährige.

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