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Mecklenburg-Vorpommern

18. Dezember 2017 | 04:27 Uhr

Wohnen : Sozialer Wohnungsbau kommt voran

vom

In den Städten werde kräftig gebaut und das gehe auch weiter. Die Schattenseite: Stark gestiegenen Baukosten machten Vermietern in dünn besiedelten Gebieten das Leben schwerer.

svz.de von
erstellt am 08.Dez.2017 | 05:00 Uhr

Der soziale Wohnungsbau zwischen Ostsee und Mecklenburgischer Seenplatte kommt nach Angaben von Landesbauminister Christian Pegel (SPD) voran. Die beantragten Bauzuschüsse überstiegen bereits den vom Land geplanten Fördertopf von 14,6 Millionen Euro für 2017, sagte Pegel am Donnerstag bei der Jahresversammlung des Landesverbandes der Wohnungsgesellschaften in Göhren-Lebbin. Für 2018 rechnet die Landesregierung mit weiteren 20 Millionen Euro an Zuschüssen. Pegel stellte vor rund 100 Teilnehmern ein Förderprogramm für ältere Mieter in Aussicht, die ihre Wohnungen barrierefrei machen wollen.„Wir erleben den demografischen Wandel früher, als alle anderen Bundesländer“, sagte Pegel. Deshalb soll auch das Fahrstuhlprogramm für Mehrfamilienhäuser, mit dem Mieter länger in ihren Wohnungen bleiben können, weiter ausgebaut werden. „Das bleibt aber auf die 96 Grund-, Mittel- und Oberzentren beschränkt“, sagte Pegel. Das bedeute, dass auch in Orten mit 3000 bis 7000 Einwohnern Fahrstühle an Plattenbauten angebaut werden können.

Die Schweriner Landesregierung will in den Universitätsstädten Rostock und Greifswald die Mietpreisbremse einführen. „Die Mietpreisbremse wird kommen“, kündigte Bauminister Christian Pegel (SPD) an. Aber sie wirke nur vorübergehend, bis das Wohnungsneubauprogramm greift. Einen Termin zur Einführung der Mietpreisbremse nannte er jedoch nicht. In beiden Städten leben zwischen 10 000 bis 15 000 Studenten, die zeitlich begrenzt Wohnraum suchen und oft wechseln.

In Rostock gab es laut Ministerium in fünf Jahren eine Mietpreisteigerung von mehr als 14 Prozent. Die Preisspanne reicht von 4 Euro je Quadratmeter in Randgebieten bis zu 13,50 Euro im Badeort Warnemünde. Die in ihrer Wirkung umstrittene Mietpreisbremse, die Wohnungsgesellschaften ablehnen, hatten SPD und CDU in Koalitionsverhandlungen in Schwerin verabredet.

Der Vermieterverband, dessen Mitglieder im Nordosten etwa 60 Prozent der Mietwohnungen vertreten, rechnet mit rund 4000 neuen Wohnungen im Jahr. Verbandschef Dieter Vetter forderte das Land auf, neben Rückbau auch Wohnungsneubau in kleinen Gemeinden zu fördern. Durch den Anstieg der Baupreise seien „im ländlichen Raum“ kaum noch kostendeckende Mieten zu erzielen. Die Baupreise seien von 2300 auf inzwischen 3000 Euro pro Quadratmeter gestiegen. „Das ist mit Mieten von 5,50 Euro pro Quadratmeter nicht mehr darstellbar“, sagte Vetter.

Die kombinierte Rückbau- und Wohnungsneubauförderung in kleinen Orten lehnte der Minister aber ab. Das Land fördere als einziges bundesweit auch den Rückbau von „Neubauten“ in solch kleinen Orten. Das habe der Bund aber nur gestattet, weil Überkapazitäten abgebaut werden sollen.

Eine weitere Förderung stellte der Minister den Unternehmen mit insgesamt rund 530 000 Mietern - etwa ein Drittel der Bevölkerung - in Aussicht, wenn sie die Voraussetzungen für schnelles Internet bei Modernisierungen schaffen. „Das werden anrechenbare Kosten bei der Förderung“, sagte Pegel. Es sei gut, wenn Mieter ein Signal bekommen, wenn die Wohnung zu feucht wird oder wenn man beim Verlassen gewarnt wird, dass der Herd noch angeschaltet sei.

Der Dachverband der Norddeutschen Wohnungswirtschaft forderte zugleich die Landesregierung auf, den kommunalen Wohnungsunternehmen die Altschulden aus der DDR-Zeit zu erlassen. Dies könne ein Weg sein, damit meist kleine Wohnungsgesellschaften wieder mehr investieren könnten. Die Schulden waren Wohnungsbaukredite aus der DDR-Zeit, die bei der Wiedervereinigung anteilig auf die Wohnungsgesellschaften übertragen wurden.

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