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Mecklenburg-Vorpommern

24. November 2017 | 03:15 Uhr

SOS: Landkreis findet keine Azubis

vom

svz.de von
erstellt am 01.Aug.2012 | 06:10 Uhr

Prignitz | Die Anzahl der Lehrlinge, die gestern beim Landkreis Prignitz die Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten in Angriff nahm, war sehr überschaubar. Mit Tobias Stolzki bekam lediglich ein Auszubildender - vier Plätze waren zu besetzten - von Landrat Hans Lange die Unterlagen ausgehändigt und begann seine dreijährige Lehre in der Kreisverwaltung. Ein Novum in der Geschichte des Landkreises, der sonst immer seine vier Ausbildungsplätze besetzen konnte.

"Nur ein Auszubildender ist eine Besonderheit. Das ist ein Zeichen, dass die geburtenschwachen Jahrgänge auch bei uns in der Verwaltung angekommen sind", sagte Hans Lange bei der Vorstellung von Tobias Stolzki. Zahlen lieferte Ausbildungsleiterin Elke Rose vom Sachbereich Personal und Organisation. "Von ursprünglich 76 Bewerbern wurden 45 zum Eignungstest eingeladen, 32 haben daran teilgenommen. Dann waren es 24 Interessenten, die zum Bewerbungsgespräch eingeladen wurden, 14 sind gekommen, fünf gar nicht erst erschienen. Drei Bewerbern haben wir eine Zusage gegeben, von denen haben zwei abgesagt", erklärte Ausbildungsleiterin Elke Rose. Bei den beiden Absagen soll es sich nach Informationen des Landkreises um Kandidaten von außerhalb der Prignitz gehandelt haben.

Dabei gelang es dem Landkreis in der jüngeren Vergangenheit stets, die vier Plätze zu besetzen. Das geht aus einer Aufstellung über die Entwicklung der Bewerberzahlen, die Elke Rose zur Verfügung stellte, hervor. Im Jahr 2007 gingen 125 Bewerbungen auf einen Ausbildungsplatz zum Verwaltungsfachangestellten ein. Über 98 (2008) und 75 (2009) sank diese Zahl 2010 auf 48, stieg dann aber 2011 mit 61 und jetzt mit 76 wieder an.

Mit den drei jetzt nicht besetzten Plätzen geschieht nach Aussage von Hans Lange "erst einmal nichts". Nachrücker sind möglich, aber wegen des straffen Ausbildungsplans - schon bald steht die Studienfahrt mit anderen Lehrlingen aus dem Land an - eher unwahrscheinlich. Und außerdem: "Wir hängen die Latte nicht tiefer, schrauben das Anforderungsprofil nicht herunter", sagte der Landrat.

Tobias Stolzki hat sich nach eigenen Worten gründlich per Zeitung und Internet über mögliche Ausbildungsplätze informiert. Zum Landkreis ging der Wittenberger, weil er glaubt, dass ihm der Umgang mit Menschen liegt. Welchen Bereich in der Verwaltung er später bevorzugt, das will der Absolvent des Marie-Curie-Gymnasiums "während der Ausbildung mal schauen".

Bei der Sparkasse Prignitz begann gestern für vier neue Auszubildende die dreijährige Ausbildung zum/r Bankkaufmann/-kauffrau. "Damit stellen wir uns unserer sozialen Verantwortung, Jugendlichen aus der Region den Einstieg in das Berufsleben zu ermöglichen", erläuterte Vorstandsvorsitzender André Wormstädt, der die vier Neuen an ihrem ersten Arbeitstag in der Sparkasse begrüßte.

Die Ausbildung bei der Sparkasse ist dreigeteilt. Der theoretische Teil erfolgt im Oberstufenzentrum Pritzwalk, Teil zwei ist die praktische Ausbildung, die vorwiegend in den Geschäftsstellen und Fachabteilungen stattfindet. Dort stehen den Azubis erfahrene Geschäftsstellenleiter und Ausbilder mit Rat und Tat zur Seite. Der dritte Teil besteht aus Seminaren an der Ostdeutschen Sparkassenakademie in Potsdam. Die vier Neuen werden sich mit dieser Einrichtung in den nächsten Tagen beim Einführungsseminar zur Berufsausbildung näher vertraut machen. "Das Hauptaugenmerk wird während der dreijährigen Ausbildung darauf gelegt, zu erlernen, wie unsere Kunden in allen Fragen rund ums Geld gut beraten und betreut werden", informierte Wormstädt.

Der Aus- und Fortbildung der Azubis und Mitarbeiter widmet die Sparkasse schon seit Jahren große Aufmerksamkeit. Mehr als 100 haben seit den 90er Jahren den vielseitigen und interessanten, aber auch anspruchsvollen Beruf des Bankkaufmannes in der Sparkasse Prignitz erlernt. "Für das beginnende Ausbildungsjahr gingen bei uns 26 Bewerbungen ein. Hier verzeichnen wir die letzten Jahre einen stetigen Rückgang. Dies hängt sicherlich mit dem Rückgang der Schülerzahlen im Landkreis zusammen. Zum Vergleich: Anfang der 90er Jahre waren es noch ca. 80 Bewerbungen. Trotzdem werden wir unseren offensiven Weg in puncto Ausbildung auch weiterhin beibehalten", erläuterte Wormstädt.


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