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Mecklenburg-Vorpommern

20. November 2017 | 07:06 Uhr

Schependorf : Sonnenstrom aus der Kiesgrube

vom

Eine 30 Hektar große Photovoltaik-Anlage soll bereits im September den ersten Strom produzieren. Den Gemeindevertretern Baumgartens wurden bereits der überarbeitete Bebauungsplan präsentiert.

svz.de von
erstellt am 30.Mär.2012 | 08:26 Uhr

Schependorf | Im Kieswerk von Gerd Schütt entsteht eine 30 Hektar große Photovoltaik-Anlage. Sie soll bereits im September den ersten Strom produzieren. Den Gemeindevertretern Baumgartens wurden vom Investor, René Nissen von der Wattmanufactur, dem Planungsbüro sowie Gerd Schütt, Inhaber des Kieswerks, bereits der überarbeitete Bebauungsplan präsentiert. "Ein Vorentwurf zum B-Plan lag bereits aus, die dazu abgegebenen Meinungen wurden in den neuen Plan eingearbeitet", erklärt Ulrike Rückwart vom verantwortlichen Planungsbüro. Nun wird der Entwurf des Bebauungsplanes öffentlich ausgelegt. Das beschlossen die Gemeindevertreter auf ihrer jüngsten Sitzung.

Gerd Schütt und der Investor René Nissen von der Wattmanufactur, einem Energieberater und -planer aus Schleswig-Holstein, haben große Ziele. Auf dem 30 Hektar großen Areal sollen 55 000 Module aufgebaut werden. "Der Kiesabbau in dem Werk ist mehr oder weniger erschöpft, es lohnt sich einfach nicht mehr", sagt Gerd Schütt. Dennoch soll die Fläche nicht ungenutzt bleiben. Photovoltaik-Anlagen bieten sich an, weil das Gebiet dafür geeignet ist, fügt Schütt hinzu. Er verpachtet die Fläche. Die Nutzung mit Photovoltaik-Anlagen ist für 25 Jahre vorgesehen. Mit den 55 000 Modulen kann eine Stromleistung - bei guten Bedingungen - von knapp 12,5 Megawatt pro Jahr erzielt werden. Eine Menge, die für etwa 3000 drei-bis-vier-Personen-Haushalte ausreiche, mehr Menschen, als derzeit in Bützow leben. Eingespeist wird der Strom ins öffentliche Stromnetz. Dafür wird eine zehn Kilometer lange Trasse gebaut. "Sie endet in Bernitt. Dort, wo die entsprechende Einspeisestation der Wemag steht", erklärt René Nissen. Die Investitionssumme beläuft sich auf mehr als 16 Millionen Euro.

Auch die Gemeinde Baumgarten profitiert vom Solarpark. "Die Betreiberfirma hat ihren Sitz in Baumgarten, sodass wir die Gewerbesteuer erhalten", sagt Bürgermeisterin Astrid Peters. Sie freut sich über die veränderte Nutzung des Gewerbegebietes. Dann es werde wesentlich ruhiger nahe Schependorf und Wendorf, sagt sie. Es fahren dann keine Kieslaster mehr.

Vorbereitung auf Sonnenfest in Zernin

Die Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie ist auch ein Thema für das Sonnenfest "Sonne, Wind und mehr". Das findet am Sonnabend, 28. April, in der Pfarrscheune Zernin, gegenüber der Kirche. Das Gotteshaus besitzt schon seit Jahren ein Dach mit einer Photovoltaik-Anlage. "Wir bieten umfangreiche Informationen rund um die regionale Nutzung erneuerbarer Energien", sagt Anja Abdank vom Förderverein Bützower Land, der die Veranstaltung organisiert. Besucher können sich an diesem Tag zu regionalen Energien informieren. Experten reden über moderne Energieverbrauchsgeräte im privaten und kommunalen Bereich oder über Bioenergiedörfer in Mecklenburg-Vorpommern. Fachleute diskutieren über Nutzungsmöglichkeiten von Solar, Wind und Biomasse. Zudem stellen sie Beteiligungsmodelle wie "Bürgersolar" vor und reden über Energieeffizienz in privaten und gewerblichen Gebäuden.


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