zur Navigation springen
Mecklenburg-Vorpommern

21. November 2017 | 20:43 Uhr

Sonne weckt die Blumen auf

vom

svz.de von
erstellt am 14.Mär.2012 | 06:53 Uhr

Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen, allmählich wird es Frühling. Jetzt erwacht auch die Natur bald wieder aus ihrem Winterschlaf: Die ersten Spitzen frischen Grüns schieben sich aus dem Boden, die Knospen vieler Sträucher und Bäume werden dicker. Vielerorts sind Krokusse, Schneeglöckchen und Narzissen schon aufgeblüht. Aber woher wissen sie, wann die richtige Zeit dafür gekommen ist?

"Es gibt verschiedene Auslöser", sagt Professor Thomas Stützel. Er arbeitet an der Ruhr Universität Bochum und gibt Studenten sein Wissen über Pflanzen weiter.

Bei vielen Zwiebelpflanzen geben fallende Temperaturen den Startschuss, zu wachsen. Narzissen, Krokusse und Tulpen beispielsweise benötigen im Winter mindestens einige kalte Wochen, um in ihren Zwiebeln die Vorstufen der Blüte anzulegen. Wenn es im Frühling wärmer wird, werden diese Vorstufen aktiviert und die Blumen treiben aus. Nun kann es im Frühling aber auch passieren, dass es nach ein paar milden Tagen nochmal sehr kalt wird. Dann schützen sich die Pflanzen, indem sie aufhören, zu wachsen und ihre Blüte noch im schützenden Boden lassen.

Viele Obstbäume besitzen eine Art inneren Wärmezähler: "Sie können warme Tage summieren", sagt Thomas Stützel. Erst wenn eine bestimmte Anzahl wärmerer Tage verstrichen ist, beginnen die Bäume auszutreiben. Das verhindert, dass schon ein paar warme Tage im Winter die Blüte auslösen.

Viele Pflanzen reagieren auch auf die im Frühling kürzer werdenden Nächte und längeren Tage. "Sie beginnen zu blühen, sobald das Verhältnis zwischen Tag und Nacht einen bestimmten Wert überschreitet", erklärt Thomas Stützel. Auch Nutzpflanzen wie Kopfsalat oder Spinat gehören zu den Arten, die ausschließlich über das Licht aktiviert werden.

Aber wie messen diese Pflanzen die Tageslänge? Möglich wird dies, weil sie ähnlich wie Menschen eine innere Uhr besitzen. Diese tickt ungefähr im 24-Stunden-Takt. In ihren Genen ist auch festgelegt, wie lange es innerhalb dieser 24 Stunden mindestens hell sein muss, damit die Pflanzen anfangen, zu blühen. Um überhaupt feststellen zu können, ob es um sie herum hell oder dunkel ist, besitzen die Pflanzen Lichtsensoren. Sie registrieren damit die Tageslänge und gleichen diesen Messwert über einen komplexen Mechanismus mit ihrer inneren Uhr ab. Ist es hell genug, beginnen die Pflanzen zu blühen.

Bei Blumen, die nicht im Frühjahr, sondern im Herbst oder Winter blühen, ist es umgekehrt: Bei ihnen muss die Dunkelphase der Nacht erst eine Mindestdauer erreichen, damit sie eine Blüte bilden.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen