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Mecklenburg-Vorpommern

22. November 2017 | 23:31 Uhr

Sonne ade: Feilen am Landes-Image

vom

svz.de von
erstellt am 14.Aug.2012 | 08:58 Uhr

Schwerin | Die Tourismusbranche im Nordosten will in diesem Jahr wieder die magische Grenze von 28 Millionen Gästeübernachtungen knacken: "Das ist drin", sagte gestern der Präsident des Landestourismusverbandes (LTV), Jürgen Seidel, in Schwerin bei einer ersten Saisonbilanz. Wie Wirtschafts- und Tourismusminister Harry Glawe (CDU) informierte, sei mit fast drei Millionen Gästen und etwa elf Millionen Übernachtungen das Halbjahresergebnis neben dem von 2009 das beste seit 22 Jahren. Vor allem die Zuwachsraten auf den Campingplätzen (3,6 Prozent), bei ausländischen Gästen (16,8 Prozent) und der Zustrom der Stammgäste aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen jetzt im Sommer gäben Anlass zu Zuversicht. Im Juni habe es aber wegen mangelnder Feiertage, des schlechten Wetters und der Fußball-Europameisterschaft "empfindliche Rückgänge" gegeben.

Seidel kündigte einen Kurswechsel im Marketingbereich an. "Wir wollen weg von 38 Broschüren, den Fokus auf die Stärken des Landes legen", sagte er. "Wir wollen ebenso ein wenig weg vom Wettbewerb der Sonneninseln, vom Image als Sonnenland - wir sind in Norddeutschland." Deshalb gelte es nun, viel stärker auf die gebotene Infrastruktur, auf saisonverlängernde Maßnahmen und auf die zahlreichen Veranstaltungen und Angebote im Land hinzuweisen. Zwar bleibe der Badeurlaub an Ostseeküste und Seen das wichtigste Segment, die größten Zuwächse habe es zuletzt aber etwa beim Bootstourismus gegeben. "Und auch die Kanuverleiher sind an ihren Grenzen angekommen." Man müsse jetzt viel mehr um neue Gäste kämpfen, als noch vor Jahren, als Urlauber spontan Mecklenburg-Vorpommern entdeckten. Ein konzentrierter Auftritt des gesamten Landes sei nötig. Dies erfordere natürlich auch die entsprechenden Mittel - das Land reicht dieses Jahr 2,8 Millionen Euro für die Werbung an den LTV weiter.

"Bedingt zufrieden, aber positiv eingestellt" - so fällt indes die Bilanz des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) laut Präsident Guido Zöllick aus. Das erste Halbjahr habe Höhen und Tiefen gehabt. Auf gutem Wege sei man bei den Gästeankünften, die immer kürzer werdende Aufenthaltsdauer der Touristen verursache jedoch "Dellen bei den Umsätzen". Laut Zöllick sind die Mitarbeiterzahlen in der Branche angestiegen - im Gaststättenbereich um 2,6 Prozent, in der Hotellerie um drei Prozent bei den festen sozialversicherungspflichtigen Stellen. Hintergrund ist offenbar, dass die Arbeitgeber aufgrund des Nachwuchsmangels nicht mehr so viele Stellen mit Lehrlingen besetzen können.

Eine aktuelle Umfrage unter 320 Vermietern in Mecklenburg-Vorpommern bestätige den Eindruck einer durchwachsenen Hauptsaison, so der Landestourismusverband. Die Auslastung der Zimmer war demnach mit landesweit circa 75 Prozent etwas geringer als erhofft, wobei sie im Landesinneren und auf Rügen (jeweils rund 70 Prozent) niedriger ausfiel als an der übrigen Ostseeküste, der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst und auf Usedom (jeweils rund 80 Prozent). Etwa 50 Prozent der Befragten gaben für Juli und August eine schlechtere Auslastung als im Vorjahressommer an. Die andere Hälfte der Befragten verzeichnete im Sommer 2012 ähnlich viele Buchungen wie im Vorjahr (29 Prozent) oder sogar mehr (16 Prozent). Nur zwölf Prozent der Vermieter gaben an, dass die mäßige Wettersituation im Juni und Juli sie nicht beeinflusst hat. 52 Prozent hatten dadurch weniger Gäste; 13 Prozent mussten Stornierungen verkraften.

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