zur Navigation springen

Entschädigung : Sonderurlaub für Polizisten nach G20-Einsatz

vom

Elf Beamte wurden bei Auseinandersetzungen mit Gewalttätern verletzt

von
erstellt am 11.Jul.2017 | 12:10 Uhr

 Die 700 Polizeibeamten aus Mecklenburg-Vorpommern, die beim G20-Gipfel in Hamburg im Einsatz waren, bekommen drei Tage Sonderurlaub. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) lobte die eingesetzten  Beamten für ihr „professionelles und besonnenes, der Situation angepasstes Handeln “.  

Sie können  zudem selbst wählen, ob sie sich die geleisteten Überstunden im Rahmen des Einsatzes auszahlen oder  durch Freizeit vergüten lassen. Auch andere Bundesländer wie Berlin, Hamburg und Schleswig-Holstein gaben ihren G20-Polizisten  drei Tage Sonderurlaub. In Thüringen und Baden-Württemberg  erhielten die Beamten  dagegen nur einen Tag.

Elf Polizeibeamte aus Mecklenburg-Vorpommern waren während des  G20-Gipfels  bei Auseinandersetzungen mit Gewalttätern verletzt worden. Zwei von ihnen  sind  mit einer Knieverletzung und einem Knochenbruch weiterhin  dienstunfähig. 

Der Tatverdächtige, der am Donnerstagabend den Piloten eines  Hamburger Polizeihubschraubers über  Altona mit einem Laserpointer geblendet haben soll, stammt aus Greifswald, wie gestern bekannt wurde. Der 27-Jährige war bereits am Sonnabend vorläufig festgenommen worden. Er sitzt  wegen des Verdachts des versuchten Mordes in Untersuchungshaft. 

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) zeigte sich zufrieden mit der Entscheidung der Landesregierung über den Sonderurlaub, forderte allerdings eine tiefgründige Analyse des Einsatzgeschehens. „Der  G20-Gipfel  hat gezeigt, dass Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern zu wenig Bereitschaftspolizisten  für Großeinsätze zur Verfügung haben“, sagte GdP-Landesvorsitzender Christian Schumacher. Zwei eilig zusammengestellte Hundertschaften aus den Inspektionen des Landes mussten nach einem Hilferuf der Hamburger Polizei am Freitag zusätzlich  zum G20-Einsatz geschickt werden.

Extra: Verdacht auf versuchten Mord - Greifswalder nach G20 in U-Haft

Ein 27-jähriger Mann aus Greifswald ist nach den schweren Krawallen rund um den G20-Gipfel ins Visier der Hamburger Ermittler geraten. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft, weil er mit einem Laserpointer den Piloten eines Polizeihubschraubers gezielt geblendet haben soll, wie eine Sprecherin der Hamburger Staatsanwaltschaft am Dienstag sagte. Zunächst hatte das „Hamburger Abendblatt“ darüber berichtet. Der Mann stehe unter Verdacht des versuchten Mordes, er habe den möglichen Absturz des Helikopters in Kauf genommen.

Der Greifswalder ist einer von 51 Verdächtigen, die aktuell in Untersuchungshaft sitzen. Die Mehrzahl stammt aus Deutschland, darunter sind aber auch Bürger aus Frankreich, Italien, Spanien, Russland, den Niederlanden, der Schweiz und Österreich.

Nach ihrem Einsatz beim G20-Gipfel bekommen die rund 700 Polizisten aus Mecklenburg-Vorpommern drei Tage Sonderurlaub. Darüber hinaus könnten sie selbst entscheiden, ob sie ihre Überstunden abbummeln oder sich auszahlen lassen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Dienstag in Schwerin. Damit erfüllte das Ministerium Forderungen der Gewerkschaft der Polizei. Auch andere Bundesländer honorieren den G20-Einsatz ihrer Beamten. So bekommen die Polizisten aus Hamburg und Schleswig-Holstein ebenfalls drei Tage Sonderurlaub. Bei den Krawallen rund um den Gipfel waren elf Polizeibeamte aus Mecklenburg-Vorpommern verletzt worden.

Zuvor hatte auch der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Christian Schumacher, die Anerkennung für die eingesetzten Polizisten aus Mecklenburg-Vorpommern gefordert. Alle rechtlichen Möglichkeiten müssten geprüft werden, um der außergewöhnlichen Einsatzbelastung schnell und unbürokratisch Rechnung zu tragen. „Der G20-Gipfel in Hamburg verlangte der Polizei personell und materiell alles ab.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen