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Bambi-Gala : Sonderpreis für gebürtigen Brüsewitzer

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Als Ralf Rönckendorf einem Kameraden in Afghanistan unter Beschuss das Leben rettete, verlor der Hauptfeldwebel sein Augenlicht. Nun wurde der Fallschirmjäger mit dem "Bambi" geehrt.

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erstellt am 15.Nov.2011 | 06:29 Uhr

Brüsewitz | Als Ralf Rönckendorf einem Kameraden in Afghanistan unter Beschuss das Leben rettete, verlor der Hauptfeldwebel sein Augenlicht. Nun wurde der Fallschirmjäger mit dem "Bambi" geehrt - stellvertretend für alle Soldatinnen und Soldaten im Einsatz.

Als Rönckendorf bei der Bambi-Gala in Wiesbaden auf der Bühne steht und in seiner bescheidenen Art diese Ehrenauszeichnung entgegennimmt, hören und sehen rund um Brüsewitz die Zuschauer vor den Fernsehapparaten besonders aufmerksam hin. Hier kennt fast jeder den heute 39-Jährigen. Ralf Rönckendorf wurde in Brüsewitz geboren und wuchs hier auf. Als junger Mann ging er zur Bundeswehr, verließ Mecklenburg. Doch hier leben seine Familie und viele Freunde. Sie wurden von der Auszeichnung allerdings überrascht. "Wir wussten im Vorfeld nichts davon, haben die Live-Übertragung der Gala deshalb leider verpasst", erzählt Schwester Anja Rönckendorf, die wie Eltern und Geschwister in Brüsewitz wohnt. Doch schon am nächsten Tag wurden die Familienangehörigen unzählige Male angesprochen, beste Wünsche an Ralf Rönckendorf übermittelt. "Wir sind sehr stolz auf Ralf", sagt seine Schwester. Und natürlich wurde per Internet sofort die Gala-Aufzeichnung abgerufen. Während der Preisverleihung betonte der Bundeswehrsoldat: "Ich würde es wieder tun."

Rückblick: Am 2. April 2010 fallen drei deutsche Soldaten im Raum Kundus bei einem Gefecht mit Aufständischen. Andere werden teils schwer verwundet. "Lass mich hier nicht krepieren. Hol’ mich hier raus", bittet einer der Verwundeten seinen Kameraden Rönckendorf. Der Fallschirmjäger zögert nicht, er handelt und rettet. Doch dabei wird er selbst schwer verwundet - und verliert sein Augenlicht. Der verwundete Kamerad überlebt.

Auf der Bühne bedankt sich Ralf Rönckendorf nochmals bei seiner Familie, die immer zu ihm gehalten hat. Und er wünscht sich etwas, das selbstverständlich scheint: "Ich bitte als aktiver Soldat um ein kleines bisschen mehr Anerkennung unserer Gesellschaft für uns Soldaten." Die Verleihung des Sonderpreises der Bambi-Jury an Ralf Rönckendorf soll dazu beitragen. Die Soldaten würden durch die gewählten Politiker in den Einsatz geschickt. Ihr Schicksal dürfe daher niemandem egal sein. Geehrt wurde Ralf Rönckendorf stellvertretend für alle Soldaten im Einsatz, betont Laudator Johannes B. Kerner.

Heute lebt Ralf Rönckendorf mit Lebenspartnerin und Kind in der Nähe von Bremen. Er arbeitet weiterhin bei der Bundeswehr und erlernt gerade die Blindenschrift.

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